Das Elternpaar, dem das Jugendgericht von L'Aquila die elterliche Sorge für seine drei Kinder vorläufig entzogen hat - die Australierin Catherine Birmingham und der Brite Nathan Trevallion -, hat die australische Regierung von Anthony Albanese um Unterstützung gebeten, um nach Australien zurückkehren zu können, berichtete die Zeitung „The Sydney Morning Herald“.<BR /><BR />Die achtjährige Tochter und die sechsjährigen Zwillinge, die von der Familie getrennt wurden, leben seit fast vier Monaten in einer Betreuungseinrichtung in Vasto in den Abruzzen. „Ich fühle mich innerlich leer, voller Traurigkeit“, sagte Trevallion in der gestrigen Ausgabe der australischen Fernsehsendung „60 Minutes“. „Die Kinder verdienen nicht, was gerade mit ihnen geschieht“, sagte der 52-Jährige.<BR /><BR />Gegen das Paar läuft eine vom Jugendgericht von L'Aquila angeordnete Begutachtung ihrer Erziehungsfähigkeit. Catherine Birmingham würde gern in Europa bleiben, sagte sie im Interview mit der Journalistin Amelia Adams für das Programm „60 Minutes Australia“, das seit 1979 im Sender Nine Network ausgestrahlt wird. Ein Verbleib in Italien sieht Catherine Birmingham inzwischen nicht mehr für möglich. „Wir haben alles akzeptiert. Im ersten Monat habe ich gehorcht, jetzt beginne ich, meine Kinder zu verteidigen“, sagte Catherine und berichtete, ihr Sohn wache im Heim nachts schreiend auf und rufe nach seiner Mutter.<BR /><BR />Die Verantwortlichen der Betreuungseinrichtung, in der die Kinder und die Mutter untergebracht sind, haben inzwischen beim Jugendgericht von L'Aquila beantragt, die Verlegung der Familie in eine andere geeignete Einrichtung zu prüfen. Der Antrag wird mit Schwierigkeiten im Alltag begründet. In dem Dokument ist von Problemen bei der Einhaltung interner Regeln und organisatorischer Vorgaben der Einrichtung die Rede. Die Mitarbeiter berichten von Spannungen und Verhaltensweisen seitens der Mutter, die als nicht protokollkonform bewertet werden, auch im Zusammenhang mit der Nutzung gemeinsamer Räume.<BR /><BR />„Ich verstehe die Schwierigkeiten der Wohngemeinschaft vollkommen: Es handelt sich um einen komplexen Fall, der Kompetenzen und Ressourcen erfordert, über die solche Einrichtungen nicht verfügen“, erklärte der Psychiater Tonino Cantelmi gegenüber Medien. Der Facharzt, der als Gutachter der Anwälte von Nathan und Catherine tätig ist, fordert die Zusammenführung der gesamten Familie in einer geeigneten Unterkunft unter Aufsicht des zuständigen Gesundheitsbetriebs.<BR /><BR />Die drei Kinder befinden sich seit dem 20. November 2025 in der geschützten Einrichtung - auf Grundlage einer Anordnung der Jugendrichter der Stadt L´Aquila, die auch die Aussetzung der elterlichen Sorge festlegten und ein Gutachten zur Erziehungsfähigkeit von Nathan und Catherine anordneten. „Die einfachste Erklärung war wie so oft, Catherine die Verantwortung für die Schwierigkeiten zuzuschreiben .Das ist wirklich paradox. Tatsächlich zeigt auch diese Situation, dass die Zerschlagung der Familie die schlechteste Lösung ist und sich als äußerst schädlich erweist.“„, so Cantelmi weiter. <BR /><BR />“Man muss den Mut haben, einen Schritt zurückzugehen. Die Lösung besteht darin, dieser Familie zu ermöglichen, sich in einer geeigneten Wohnung wieder zu vereinen, und die Gesundheitsbehörde mit der Begleitung durch qualifizierte Psychologen und Sozialarbeiter zu betrauen„, meinte Cantelmi.