Ministerpräsidentin Giorgia Meloni kritisierte die Entscheidung des Jugendgerichts, die Mutter von ihren drei Kindern - ein neunjähriges Mädchen und zwei siebenjährige Zwillingsgeschwister- zu trennen. Solche Entscheidungen seien teilweise „auch das Ergebnis ideologischer Interpretationen des Gesetzes“ und würden den Kindern „ein weiteres schweres Trauma zufügen“, sagte Meloni im Rahmen der Fernsehsendung „Fuori dal Coro“ auf Rete 4 am Sonntagabend. Justizminister Carlo Nordio habe eine Inspektion veranlasst, mit ihm habe sie bereits darüber gesprochen, erklärte die Regierungschefin.<BR /><BR />Eine Untersuchung des Justizministeriums war bereits im November eingeleitet worden, nachdem dem anglo-australischen Elternpaar vorläufig das Sorgerecht entzogen worden war. Zunächst beschränkte sich die Untersuchung auf die Auswertung von Unterlagen. Nun sollen Inspektoren direkt zum Jugendgericht von L'Aquila entsandt werden. Vizepremier Matteo Salvini kündigte indes an, die Familie in der kommenden Woche besuchen zu wollen, um seine Solidarität mit den Eltern auszudrücken. Auf der Plattform Facebook erklärte er, er werde dies „nicht als Vizepremier oder Minister, sondern als Vater“ tun.<BR /><BR />Kritik an der Entscheidung des Jugendgerichts ertönt auch von dem Psychiater Tonino Cantelmi, der das Psychologenteam der Familie. Mit der Trennung der Mutter Catherine von den Kindern sei ein „falscher“ und „gefährlicher“ Weg eingeschlagen worden, der letztlich sogar zu einer Adoption der Kinder führen könne, sagte er. <BR /><BR />Die drei Kinder leben seit rund vier Monaten in einer betreuten Einrichtung in der Stadt Vasto, nachdem das Fürsorgerechte der Eltern von dem Jugendgericht in L´Aquila suspendiert wurde. Die Anwälte der Eltern, Marco Femminella und Danila Solinas, wollen jetzt Berufung beim Berufungsgericht einlegen und eine Aussetzung der Anordnung beantragen, mit der die Mutter am Freitag gezwungen wurde, aus der betreuten Einrichtung auszuziehen. Solinas kritisierte die Entscheidung der Richter als kaum begründet und warf den zuständigen Stellen vor, die schwierige Situation der Kinder nicht ausreichend zu berücksichtigen, denen eine wichtige Bezugsperson genommen worden sei. <BR /><BR />Der Vater Nathan Trevallion besuchte seine Kinder am Wochenende in der Einrichtung, brachte ihnen Stofftiere mit und verbrachte einige Stunden mit ihnen. Die Mutter Catherine blieb weiterhin in dem abgelegenen Haus im Wald, wo sie sich nach Angaben ihrer Schwester noch immer in einem Zustand des Schocks befinde.