Südtirol ist derzeit von 336.698 Hektar Wald und 35.485 Hektar "anderen bewaldeten Flächen" bedeckt. "Bei meinem Amtsantritt 1989 waren es noch 310.000 Hektar gewesen. Landesweit nimmt die Waldfläche also zu", unterstreichte der Landeshauptmann Luis Durnwalder. Diese Zunahme finde vorwiegend in wenig besiedelten Gebieten statt, während in den urbanisierten Gebieten ein Druck auf die Restwaldflächen zu verspüren sei. "Jährlich werden über Kulturänderungen circa 90 bis 100 Hektar Wald in andere Kulturformen umgewandelt, dennoch ist die Bilanz positiv", erklärte der Landeshauptmann.Die wichtige Schutzfunktion des Waldes in Südtirol für Siedlungen, Verkehrswege und sonstige Infrastrukturen könne nicht oft genug unterstrichen werden. 58 Prozent der Wälder in Südtirol sind Schutzwälder. Eine Analyse der Besitzstruktur zeigt, dass Südtirols Wald mehrheitlich (68 Prozent) in Privatbesitz ist. Von den insgesamt 21.000 Waldbesitzern können über 9.000 nur eine Waldfläche von bis zu 2,5 Hektar ihr Eigen nennen, während lediglich 52 Betriebe in Südtirol über eine Waldfläche von über 250 Hektar verfügen. Der Gesundheitszustand des Waldes ist sehr gut. "79 Prozent der Südtiroler Waldfläche sind gesund. 21 Prozent wurden 2011 von Schadereignissen heimgesucht, wobei sich der Großteil davon wieder erholt. Nur auf 0,4 Prozent der gesamten Waldfläche bewirkten die Ereignisse das Absterben von Pflanzen wie beispielsweise bei Windwurf oder Schneebruch", berichtete Durnwalder. Eine große Herausforderung stelle allerdings der Klimawandel dar, durch den es zu einem Vorrücken des Waldes in höhere Lagen kommt. "Für Südtirol wird für die nächsten 40 Jahre mit einem weiteren Anstieg der Temperaturen um ein bis drei Grad Celsius gegenüber dem langjährigen Mittel gerechnet", so Durnwalder. "Nur ein aktiv und naturnah bewirtschafteter Wald, in dem das Verhältnis Wild-Wald stimmt, wird in der Lage sein, diese Veränderungen zu meistern."