<BR /><BR /><b> Herr Cristofoletti, wie groß ist bei Ihnen die Freude, diese hohe Auszeichnung erhalten zu haben?</b><BR />Walter Cristofoletti: Als ich die Mitteilung erhalten habe, war ich eigentlich zuerst sprachlos und überrascht. Als ich die Gründe für die Verleihung gelesen habe, war die Freude dann wirklich sehr groß.<BR /><BR /><b> Wem widmen Sie diese Auszeichnung?</b><BR />Cristofoletti: Ich widme die Auszeichnung besonders meiner Familie, die in all den Jahren sehr geduldig mit mir war und mich sehr unterstützt hat. Ich widme sie aber auch allen Mitbürgerinnen und Mitbürgern meiner Heimatgemeinde Salurn.<BR /><BR /><b>Sie wirkten in mehreren Bereichen. Beruflich in der Schule, ehrenamtlich in Salurn in der Musikkapelle, im Chor und beim Fußball, politisch viele Jahre als Vizebürgermeister. Sie haben dabei einiges miterlebt. Welche sind Ihre prägendsten Erinnerungen? </b><BR />Cristofoletti: In der Schule war ich zuerst Lehrer in der Mittelschule von Tramin und dann Direktor in den Mittelschulen von Partschins, Blumau und Tramin/Salurn. 1996 wurde ich als Inspektor für Deutsch als Zweitsprache ans italienische Schulamt berufen. Gemeinsam mit meinem hervorragenden Team habe ich nach didaktisch-methodischen Ansätzen geforscht, um den Unterricht in der Zweitsprache erfolgreicher zu gestalten. Das ist uns damals gelungen. Die Musikkapelle habe ich in jungen Jahren übernommen und mich besonders um die Jugendarbeit bemüht. Die Eröffnung der Musikschule in Salurn war der größte Erfolg. Die Musikkapelle Salurn hat sich darauf hervorragend entwickelt. Im Verband Südtiroler Musikkapellen war ich Landesjugendleiter-Stellvertreter und Bezirksjugendleiter. Die Leitung des Kirchenchores von Salurn übernahm ich nach dem Tod von Direktor Bernhard Atz. Im Sportverein Salurn habe ich viele Jahre Fußball gespielt, Jugendmannschaften trainiert und war bis vor kurzem Obmann-Stellvertreter.<BR /><BR /><b>Sie waren 20 Jahre auch Vizebürgermeister von Salurn. Wie war diese Zeit?</b><BR />Cristofoletti: Es war für mich eine sehr interessante Zeit. Zu Beginn allerdings ein unbekanntes Feld, das es neu zu entdecken galt. In den 20 Jahren hat vieles begonnen und sich vieles verändert. Zu Beginn der ersten Amtsperiode hat es im Juli 1981 die große Überschwemmung gegeben, die uns lange Zeit beschäftigt hat, aber dafür den Zusammenhalt der Bevölkerung gestärkt hat. In Erinnerung geblieben ist mir auch, dass die Zusammenarbeit zwischen deutschen und italienischen Gemeinderäten eigentlich gut funktioniert hat. <BR /><BR /><b>Sie sind Träger des Verdienstabzeichens in Gold der Gemeinde Salurn für Bildung, Kultur und Sport. Welche Bedeutung hat für Sie Ihre Heimatgemeinde Salurn? </b><BR />Cristofoletti: Ich glaube, dass sich die Antwort auf diese Frage von selbst ergibt. Meine Heimatgemeinde Salurn ist für mich der bedeutendste Ort dieser Welt, in dem ich meine Kindheit und meine Jugendzeit verbracht habe und dann die Gelegenheit bekam, mich in der Dorfgemeinschaft in den verschiedensten Bereichen einzubringen. <BR /><BR /><b>Als ehemaliger Salurner Vizebürgermeister verfolgen Sie wahrscheinlich noch das politische Geschehen. Was sagen Sie zur aktuellen Situation?</b><BR />Cristofoletti: Ich verfolge das politische Geschehen immer noch mit großem Interesse. Die aktuelle Situation bereitet mir Sorgen. Ich möchte einfach, dass man bei besonders wichtigen Entscheidungen intensiver und offener miteinander – Politiker und Bürger – spricht und gemeinsame Wege beschreitet.<BR /><BR /><b>Sie haben in Ihrem Leben privat und beruflich doch sehr viel erreicht. Was möchten Sie noch verwirklichen?</b><BR />Cristofoletti: Ich möchte zur Zeit langsam meinen Ruhestand genießen, aber doch weiterhin, im Rahmen des Möglichen, aufmerksam und aktiv am Dorfleben und darüber hinaus teilnehmen.