Der Extrembergsteiger aus Cavalese war Anfang September mit dem Brixner Giovanni Macaluso und dem Jungbergsteiger Manuel Nocker aus Wolkenstein/Gröden nach Tibet gereist, um den Cho Oyu (8.188 Meter) zu besteigen. Die drei wollten den sechsten Achttausender der Welt über einen neuen Weg entlang der Süd-West-Wand bezwingen. Vor einiger Zeit hatte Walter Nones, der mit seiner Ehefrau Manuela und seinen beiden Söhnen Erik und Patrik in Wolkenstein in Gröden wohnte, diese Route auf der Süd-West-Wand entdeckt. Ein Weg, der zwischen dem „Slowakei“-Steig (1999) und dem „Japan“-Steig (1994) liegt. "Sie hat einfach alles" „Die Route hat einfach alles, was man in solch hohen Lagen vorfinden kann: einen schönen Kamin im ersten Abschnitt, einen Felsabschnitt im mittleren Teil und einen Kamm, über den man schlussendlich den Gipfel erreicht“, schrieb Walter Nones auf seiner Homepage vor Expeditionsaufbruch. Am Sonntag war es seine Ehefrau, die auf der Homepage über den tragischen Tod ihres Mannes informierte: "Walter ist heute Morgen verunglückt. Keiner von uns kann ihn mehr umarmen. Wir leben nun von den Erinnerungen. Erinnerungen, an einen großartigen Mann", schrieb Manuela Nones. Noch liegen keine genauen Informationen über den Unfallhergang vor. Unbestätigten Angaben zufolge hatten Nones, Macaluso und Nocker gestern den Aufstieg gewagt, nachdem sie ihre Ausrüstung auf rund 6.800 in ein Basislager gebracht hatten. Allerdings beschlossen Macaluso und Nocker nach kurzer Zeit wieder zurückzukehren, Nones setzte seinen Weg fort. Als die beiden Bergsteigerkollegen vom 39-Jährigen kein Lebenszeichen mehr erhielten, schlugen sie vermutlich Alarm. Jedoch kam zu diesem Zeitpunkt für Walter Nones bereits jede Hilfe zu spät. Manuela Nones ist mit der Botschaft in Lhasa in ständigem Kontakt, außerdem mit Macaluso und Nocker. Die beiden werden auch die Überführung des Leichnams in die Heimat organisieren und begleiten. "Die Berge mit den Augen eines Kindes erkunden" Für den Carabiniere – Nones gehörte zur Sportgruppe der Carabinieri und war im Langental stationiert – wäre der Cho Oyu der dritte Achttausender gewesen. Im Vorfeld der Expedition hatte Nones betont: „Es ist mir wichtig, mit Freunden zu gehen, die dasselbe Anliegen haben wie ich: Wir sind keine Trophäensammler. Wir suchen das Bergerlebnis, möchten die Berge mit Respekt und den Augen eines Kindes erkunden." Ziel des Trios war es außerdem, weder Sauerstoffflaschen noch Sherpas bei ihrem Gipfelsturm zu Hilfe zu nehmen. Der Cho Oyu befindet sich im Grenzgebiet zwischen Nepal und Tibet. Nones wollte ihn nicht auf dem Normalweg bezwingen, sondern „einen Traum wahr machen“ und ihn über die Süd-Ost-Wand besteigen. Mit Karl Unterkircher auf Nanga-Parbat-Expedition Ein Traum, der mit dem Tod endete. Erst vor zwei Jahren, im Juli 2008, hatte Nones einen seiner besten Bergsteigerfreunde, Karl Unterkircher, am Nanga Parbat zurücklassen müssen. Karl Unterkircher war gemeinsam mit Simon Kehrer und Walter Nones zur Erstbesteigung der bis dahin unbezwungenen Rakhiot-Eiswand aufgebrochen. Für Unterkircher sollte es aber die letzte Expedition sein: Er verunglückte tragisch, als er in eine Gletscherspalte stürzte.Kehrer und Nones hatten geplant nach dem tragischen Ereignis über die Buhl-Route wieder abzusteigen. Indes hatte Agostino Da Polenza von Italien aus eine Rettungsaktion in die Wege geleitet. Nach elf Tagen - voller Ungewissheit - im Eis wurden die beiden Bergsteiger mit dem Hubschrauber geborgen.joi/d