Dienstag, 25. August 2015

Wandern mit Asylwerbern: „Zum ersten Mal Schnee berührt“

Acht junge Asylwerber aus dem Haus Lea in Wiesen/Pfitsch haben am Montag einen besonderen Ausflug erlebt. Gemeinsam mit einer Gruppe von Freiwilligen bestiegen sie das Pfitscherjoch. Ziel war es, die Umgebung zu erkunden, unbeschwerte Stunden zu erleben sowie Land und Leute besser kennenzulernen.

Am Montag erlebten acht junge Asylwerber einen besonderen Ausflug. - Foto: Armin Mutschlechner
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Am Montag erlebten acht junge Asylwerber einen besonderen Ausflug. - Foto: Armin Mutschlechner

„Es ist wichtig, gemeinsam mit den Asylwerbern die Umgebung zu erkunden und Neues kennenzulernen. Nur indem sie Land und Leute kennenlernen, können Barrieren abgebaut werden“, sagte Jugendarbeiter Armin Mutschlechner am Dienstag im Gespräch mit STOL.

Um den jungen Menschen aus Afrika den Einstieg in ein neues Leben zu erleichtern, hat eine Gruppe von Freiwilligen daher begonnen, Ausflüge in der Umgebung von Wiesen zu unternehmen. Vor geraumer Zeit wurden die Asylwerber dieser Unterkunft zugeteilt (STOL hat berichtet).

So ging es für acht der 44 im Haus Lea wohnhaften Asylwerber am Montag u.a. begleitet vom Künstler der „ARTbrothers kraxentrouga“ Armin Mutschlechner zu einer Erkundungstour auf das Pfitscherjoch.

„Es war das erste Mal für diese Menschen, dass sie auf über 2000 Höhenmeter gekommen sind, die Berge hautnah erleben konnten und Murmeltiere gesehen haben. Sie haben so ganz neue Erfahrungen gemacht, zum Beispiel wie sich Schnee anfühlt oder wie kalt ein Gebirgssee ist“, beschreibt Mutschlechner auch auf seinem Blog das einprägsame Erlebnis.

Sprachbarrieren überwinden

Finanziell seien die Flüchtlinge sehr eingeschränkt. Pro Tag hätten sie nur acht Euro zur Verfügung – dass man da nicht auf die Idee komme, Ausflüge zu machen, sei nachvollziehbar, so Mutschlechner.

„Die wohl größte Barriere, die wir mit diesen Ausflügen zu durchbrechen versuchen, ist die Sprachkenntnis“, erzählte Mutschlechner. „Es gibt zwar manche Asylwerber, die Italienisch sprechen können, einige sprechen aber nur Französisch oder Englisch, andere ausschließlich die eigene Landessprache.“

Doch auch das sei ein Problem, das überbrückt werden kann. „Die Stimmung war bärig und man konnte richtig sehen, wie sehr sich die Leute gefreut haben. Auch deshalb werden sicher noch weitere Ausflüge folgen“, freute sich Mutschlechner.

stol/jm

stol