Einer der ersten Orte der Glaubensverkündigung im Land, vom 6. Jahrhundert bis ca. 960 Sitz des Bischofs, dann die Burg des Klausner Richters, von 1685 bis 2021 ein Frauenkloster – und jetzt ein Wirkungsort einer Mönchsgemeinschaft: In der langen Geschichte von Säben wird in diesem Jahr eine neue Ära eröffnet.<BR /><BR />Die Leitung des Zisterzienserstifts Heiligenkreuz bei Wien sprach sich gestern dafür aus, dass mehrere Mitbrüder künftig auf Säben leben werden. Nach „eingehender Beratung“ habe man sich entschieden, die Einladung von Bischof Ivo Muser anzunehmen und die Pilger-Seelsorge auf dem Klosterberg zu übernehmen, „mit dem Ziel, dass sich der Heilige Berg Tirols zu einem geistlichen Zentrum für die Menschen und das Land entwickeln kann“. Vor allem solle Säben als Ort des Gebetes erfahrbar sein, heißt es in der Mitteilung. <BR /><BR /><div class="img-embed"><embed id="1006742_image" /></div> <BR /><BR />In einer ersten Stellungnahme spricht Bischof Muser von einer guten Nachricht. „Die Mönche aus Heiligenkreuz sind eine Garantie dafür, dass Kloster Säben wieder zu einem geistlichen Ort mit seelsorglicher Ausstrahlung wird. Ich freue mich über die Entscheidung und danke der Gemeinschaft, dass sie diesen Schritt wagt“, erklärt der Diözesanbischof. Er hatte nach der Auflassung des Benediktinerinnenklosters umgehend klargestellt, dass Säben auf keinen Fall einem kommerziellen Zweck dienen werde, sondern ein geistlicher Ort des Gebets und der Stille bleiben müsse, an dem die Pilgerinnen und Pilger gastfreundschaftlich empfangen und seelsorglich betreut würden. <BR /><BR />Mit dieser klaren Vorgabe hatte Bischof Ivo auch das Stift Heiligenkreuz kontaktiert; es gehört zu den wenigen Klöstern in Europa, die nicht unter Nachwuchsmangel leiden und in letzter Zeit sogar neue Niederlassungen in Deutschland eröffnen konnten.<BR /><BR />In Heiligenkreuz stieß die Einladung des Südtiroler Bischofs sofort auf Interesse, im November und Dezember 2023 erprobte eine kleine Gruppe das Leben in den ehrwürdigen Klostermauern, in denen zeitweise bis zu 70 Nonnen beteten und arbeiteten. <h3> Wann geht auf Säben wieder das Licht an?</h3>Wann werden die ersten Mönche in die Räume einziehen, in der Kirche das Stundengebet singen und die hl. Messe feiern? „Es gibt noch keinen Zeitplan, die Details müssen nach dieser grundsätzlichen Zusage erst festgelegt werden“, sagt Diözesanökonom Franz Kripp, der die Klosteranlage im Auftrag der Diözese verwaltet. <BR /><BR />Beim Probe-Wohnen der Heiligenkreuzer Mönche im Vorjahr – so Kripp – habe sich gezeigt, dass das Gebäude gut gepflegt ist und daher keine größeren Arbeiten notwendig sind, lediglich einige kleine Anpassungen und Reparaturen. „Der Aufwand hält sich sehr in Grenzen. Den Mönchen von Heiligenkreuz ist sehr wohl bewusst, dass ein Leben auf Säben anders und vor allem einfacher aussieht als im Stift im Wienerwald“, sagt Kripp.<BR /><BR /><embed id="dtext86-63870290_quote" /><BR /><BR /> Dass in den nächsten Monaten auf dem markanten Felsen ein Kran für Bauarbeiten stehe, sei daher ausgeschlossen. Grundsätzlich werde die künftige Säbener Gemeinschaft selbst für ihren Lebensunterhalt aufkommen, die Diözese werde die anfallenden Kosten für die Klosteranlage bestreiten. <BR /><BR />Kloster Säben hat derzeit den Status einer kirchlichen Einrichtung, die von der Diözese verwaltet wird, aber nicht zu ihrem Besitz gehört. Das wird auch weiterhin so bleiben, denn Heiligenkreuz wird dort „kein Priorat“ gründen, wie in der Mitteilung ausdrücklich festgehalten wird. Das bedeutet, dass keine eigenständige Niederlassung oder gar ein kleines Kloster entsteht, sondern eben eine kleine Gemeinschaft von etwa 5 Ordensmännern auf Säben das Gebets- und Gemeinschaftsleben in der Tradition der Zisterzienser pflegt. <h3> Vereinbarung zur Erschließung von Säben</h3>Eine weitere grundlegende Entscheidung zur Zukunft von Säben wird übrigens am Montag, 18. März, in Klausen getroffen. Bischof Ivo Muser, Landeshauptmann Arno Kompatscher und Bürgermeister Peter Gasser werden eine Vereinbarung zur Erschließung des Felsens unterzeichnen. Geplant ist ein Aufzug im Inneren des Berges, der diesen besonderen Ort auch für weniger gehtüchtige Menschen zugänglich macht.