Montag, 12. April 2021

Warnungen und Proteste trotz verbesserter Corona-Lage in Italien

Obwohl 6 italienische Regionen wegen verbesserter Corona-Zahlen ab Montag die Rote Zone verlassen, mehren sich Warnungen vor neuen Milliardenschäden in der Wirtschaft.

Warten auf etwas Normalität in Italien.
Warten auf etwas Normalität in Italien. - Foto: © ANSA / LUCA ZENNARO / ZEN
Am Sonntag klagte der Landwirtschaftsverband Coldiretti, dass trotz der anstehenden Erleichterungen rund 360.000 Restaurants, Bars, Pizzerien und andere Lokale geschlossen blieben. Vielen in der Branche drohe wegen der Umsatzdelle in Milliardenhöhe von April die endgültige Schließung.

Für Montagnachmittag hatten Lokal-Betreiber und andere kleine Dienstleister eine Demonstration in Rom angekündigt. Ihr Motto: „Io apro“ – Ich öffne.

Ab dem heutigen Montag gelten nur noch in 4 statt bisher 9 Regionen die besonders strengen Corona-Sperren der Roten Zone: im Aostatal, Apulien, Kampanien und auf Sardinien.

Damit sind – mit Ausnahme der roten Zonen – alle Regionen orange.

In Sardinien hat sich die Infektionslage gegen den nationalen Trend verschlechtert: Die Ferieninsel ist ab Montag eine Rote Zone. Die Insel war Anfang März als einzige Region Italiens kurzzeitig als weiß eingestuft worden.

Das Mittelmeerland hat im Anti-Corona-Kampf seit 2020 eine Art Ampel-System mit abgestuften Verboten.

Da es laut Regierung in Rom bis zum 30. April in Italien keine Gelben Zonen mit moderaten Beschränkungen geben soll, dürfen die Restaurants nirgendwo Besucher an Tischen bedienen. Nur Außer-Haus-Verkauf ist erlaubt. Deswegen steigt der Unmut seit Wochen.

Die Organisatoren des „Io apro“-Protests vom Montag wollen nach eigenen Angaben Tausende von Menschen aus ganz Italien in die römische Innenstadt holen.

Die Polizei in der Hauptstadt hat ihnen allerdings Aufmärsche vor der Abgeordnetenkammer untersagt, wie die Zeitung „La Repubblica“ am Sonntag schrieb. Dort war es in der vergangenen Woche bei Demos zu Zusammenstößen mit Verletzten gekommen.

apa