Der Priester und Pilgerbüro-Leiter Thomas Stürz erklärt, wie es um die Reisen ins Heilige Land steht, ob es auch „heilige“, überlaufene Hotspots gibt und welchen Schwerpunkt sein Büro im Jahr 2026 setzt. <BR /><BR /><b>STOL: Ein Jahr im Zeichen von Krieg und Konflikten im Heiligen Land geht zu Ende: Können Pilgerinnen und Pilger dort Weihnachten feiern?</b><BR />Thomas Stürz: Der Gazakrieg hat das Pilgerwesen im Heiligen Land völlig zum Erliegen gebracht. Das hat vor allem verheerende Auswirkungen auf die christlichen Gläubigen, die großteils Palästinenser sind. Sie und ihre Familien leben vielfach vom Pilgertourismus. Die palästinensische Reiseleiterin, mit der das Pilgerbüro seit Jahren zusammenarbeitet, hat mir in diesen Tagen geschrieben, dass am Platz vor der Geburtskirche in Betlehem wieder der Christbaum mit der Krippe aufgestellt worden ist. Die Stadt darf wieder festlich dekoriert werden. Die Patriarchen der verschiedenen christlichen Konfessionen werden heuer zu Weihnachten in Betlehem wieder Gottesdienste feiern. Theoretisch können auch Menschen aus dem Ausland an diesen Feierlichkeiten teilnehmen.<BR /><BR /><b>STOL: Was plant das Pilgerbüro im kommenden Jahr in der Heimat Jesu?</b><BR />Stürz: Das Pilgerbüro hat eine Pilgerreise ins Heilige Land geplant und ausgearbeitet. Wir warten allerdings, dass wir die Heimat Jesu in Sicherheit bereisen können. Sobald das gewährleistet ist, werden wir das Angebot veröffentlichen.<BR /><BR /><b>STOL: Vom Heiligen Land in das zweite Zentrum der Christenheit: Wie sieht die Bilanz des Heiligen Jahres aus?</b><BR />Stürz: Durch das Heilige Jahr und besonders mit den Wallfahrten nach Rom konnten wir viele neue Interessenten ansprechen, unter ihnen auch Gläubige italienischer Muttersprache. Wir haben bei vielen unserer Angebote Akzente im Sinne des Heiligen Jahres gesetzt und an verschiedenen Orten Jubiläumskirchen besucht und in ihnen Gottesdienste gefeiert.<BR /><BR /><b>STOL: Gibt es das Problem der überlaufenen Hotspots auch bei Pilgerreisen?</b><BR />Stürz: Dieses Problem hat es heuer spürbar im Petersdom in Rom gegeben. Groß war auch der Andrang in der Basilika S. Maria Maggiore in Rom, wo viele Gläubige das Grab von Papst Franziskus besucht haben. Ansonsten hat es nirgends übertriebene Menschenansammlungen gegeben.<BR /><BR /><b>STOL: Im Jahr 2026 wird der 800. Todestag des hl. Franziskus von Assisi begangen, in Italien erstmals mit einem Feiertag. Was plant das Pilgerbüro?</b><BR />Stürz: Wir haben eine Pilgerreise nach Assisi geplant. Da haben wir das Glück, genau in jener Zeit die Reliquien des hl. Franziskus sehen zu dürfen, was es in 800 Jahren noch nie gegeben hat und was auch 2026 nur für wenige Wochen möglich ist. Zusätzlich gibt es eine Fußwallfahrt in der Gegend von Greccio, das dem Heiligen besonders ans Herz gewachsen ist. Der Schwerpunkt „Schöpfung“, für die Franziskus sich eingesetzt hat, wird durch zahlreiche Pilgerreisen betont.<BR /><BR /><b>STOL: Bei Reisen ist der allgemeine Trend: kürzer und dafür öfter. Macht das Pilgerbüro da mit?</b><BR />Stürz: Kürzer und öfter würde ich nicht sagen. Erstmals bietet das Pilgerbüro aber Pilgerreisen an, die zwei oder drei Tage lang dauern. Auf diese Weise haben auch Menschen, die noch mitten im Berufsleben stehen, die Möglichkeit, mit einer Gruppe eine Wallfahrt zu unternehmen, etwa nach Bergamo, Bologna oder an den Lago Maggiore.<BR /><BR /><b>STOL: Eine Pilgerreise als Weihnachtsgeschenk: Haben Sie da was?</b><BR />Stürz: Wir haben für jeden Geschmack etwas dabei: von der Fußwallfahrt in Spanien bis zur Flugreise in den asiatischen Raum. Interessant dürfte die Orgelreise nach Wien in Zusammenarbeit mit dem Verband der Kirchenmusik Südtirol (VKM) sein, wo es die Möglichkeit ausschließlich für unsere Gruppe gibt, den Stephansdom bei Nacht und unter Orgelklängen zu besuchen.