Der einstige Platzhirsch im Öffentlichen Nahverkehr muss nach und nach seine Position abgeben. <BR /><BR /> Während die SVP sich in der SAD-Affäre wegen Aussagen aus 2018 in den Haaren liegt, nimmt die Entmachtung der SAD in Südtirols Nahverkehr unaufhaltsam seinen Lauf. Seit gestern befährt das Unternehmen SIMobil (Silbernagl) das Unterland und Überetsch. Bisher waren dort SAD-Busse unterwegs.<BR /><BR />Nach Pleiten, Pech und Pannen der ersten Ausschreibung des Nahverkehrs ging die zweite relativ reibungslos über die Bühne. 44 Interessenten hatten sich bis Juni des Vorjahres um die 21 Millionen Buskilometer – aufgeteilt auf 10 Lose – beworben. Dabei betrug die Ausschreibungssumme für einen Zeitraum von 10 Jahren 714 Mio. Euro. Durch eine Lossperre konnte ein Unternehmen maximal 3 der 10 Lose zugeteilt bekommen.<BR /><BR /> Ende November erteilte die Abteilung Mobilität die definitiven Zuschläge an die Gewinner. Die Lose 1 (Unterland), 3 (Schlern/Gröden) und 4 (Vinschgau) gingen ans Unternehmen SIMobil. Die Lose 5 (Wipptal), 6 (Eisacktal) und 7 (Unteres Pustertal) holte sich die Bietergemeinschaft Pizzinini/Rainer. Die Zuschläge der Lose 8 (Gadertal), 9 (Ahrntal, Bruneck) und 10 (Hochpustertal) gingen an die Bietergemeinschaft Serbus/Taferner/Holzer/Seiwald. Los 2 (Eggental) sicherte sich KSM.<BR /><BR /><b>Rekurse sind noch ausständig</b><BR /><BR />Gestern wurde im Unterland ein neues Kapital im Nahverkehr aufgeschlagen. Das Unternehmen SIMobil übernahm sein Los. „Wir fahren jetzt von Cavalese über Neumarkt/Auer bis hin nach Kaltern und Eppan“, so Eigner Markus Silbernagl. Bisher war auf diesen Strecken die SAD von Ingemar Gatterer unterwegs.<BR /><BR />Bereits am 12. Dezember war die Übergabe der Lose Eggental, Wipptal, Ahrntal/Bruneck und Hochpustertal an die Wettbewerbssieger erfolgt. Zum 12. Februar soll bei einem weiteren Los der Führungswechsel erfolgen. „Wir führen derzeit Gespräche, wer bereit ist, als nächstes zu starten“, so Martin Vallazza, Leiter der Landesabteilung Mobilität. Bis April soll der gesamte Nahverkehr von den neuen Konzessionären befahren werden.<BR /><BR />Dazwischenfunken könnten noch die Gerichte. „Es behängen Rekurse. Bisher haben die Gerichte aber unser Vorgehen für rechtmäßig befunden und wir gehen unseren Weg weiter“, sagt Vallazza.