„Noch reicht das durch eine Verschneidung im Felsen gesammelte Schmelzwasser, das zur Hütte gepumpt wird, aus“, sagt Lukas Lantschner, Wirt auf Südtirols höchstgelegener Schutzhütte, dem Becherhaus in den Stubaier Alpen, Gemeinde Ridnaun. „Wenn das nicht mehr der Fall ist, braucht es Plan B.“ Und der ist sehr aufwendig. <BR /><BR />Auch beim Personal tut man sich immer schwerer. „Man wird wohl über einen Ruhetag nachdenken müssen“, sagt Michaela Abarth, Wirtin der Sesvennahütte im Oberen Vinschgau. Für viele früher ein Traumjob, scheint sich die Suche nach Personal, das den ganzen Sommer über in luftiger Höhe in Küche oder Service tätig ist, immer schwieriger zu gestalten. <BR /><BR />„Vor allem größere Hütten, die mehr Personal brauchen, tun sich schwer“, weiß Martin Knapp, Hüttenreferent im AVS. Das Problem hat man aber auch andernorts. In der Erzherzog-Johann-Hütte am Großglockner, der höchstgelegenen Hütte Österreichs, wird verzweifelt ein Koch gesucht. Dort hat man nun sogar beim Bundesheer um Hilfe angefragt. Südtirols Hüttenwirte rufen zwar noch nicht beim Heer um Hilfe. Aber auch hierzulande kommt das Personal meist aus dem Ausland oder gar nicht, weil die manchmal unverschämten Forderungen nicht erfüllt werden können.<BR /><BR /><embed id="dtext86-54971053_quote" /><BR /><BR />„Unser bisheriger Koch kann heuer nicht. Die Suche nach einem Ersatz blieb aber ohne Erfolg“, sagt Michaela Abarth, Wirtin auf der Sesvennahütte in der Gemeinde Mals. Es hätten sich zwar 2 Bewerber gemeldet. „Aber der eine hatte keine Erfahrung, und der andere wollte 5000 Euro pro Monat.“ Eindeutig zu viel, um wirtschaftlich arbeiten zu können. Nun stehen die Wirtsleute selber in der Küche – bei etwas reduzierter Speisekarte. „Wie uns geht es immer mehr Wirten auf den Hütten, aber auch auch unten im Tal“, weiß Abarth. <BR /><BR />Ein zusätzliches Problem sei die zunehmende Forderung nach fixen Arbeitszeiten. Bei 10 Angestellten bräuchte sie dann wohl 3 Springer, so die Wirtin.„Irgendwann wird man sich wohl überlegen müssen, auch auf den Schutzhütten einen fixen Ruhetag einzuführen, an dem man nur mehr Übernachtungsgäste aufnimmt und bewirtet“, sagt Abarth.<BR /><BR />Auch Martin Nocker von der Rieserfernerhütte in Antholz tat sich heuer immens schwer, einen Koch für diese Saison zu finden. „Erst über das Portal des AVS hat sich ein Bewerber aus Deutschland gemeldet“, sagt er. Das Problem sei, dass selten jemand die ganze Saison auf der Hütte verbringen will. „Wohl auch, weil man eben nicht nach Feierabend mal schnell ins Tal gehen kann“, sagt er. „Für 2 bis 3 Wochen bekommt man schon jemanden, aber da gibt es dann eben Probleme bei der Anmeldung.“<h3> Wassermangel am größten Wasserspeicher Südtirols</h3>Zwar keine Personal-, dafür aber umso mehr Sorgen ums Trinkwasser macht sich Lukas Lantschner, Wirt auf Südtirols höchstgelegener Schutzhütte, dem Becherhaus in den Stubaier Alpen, Gemeinde Ridnaun. „Noch reicht das durch eine Verschneidung im Felsen gesammelte Schmelzwasser, das zur Hütte gepumpt wird, aus“, sagt er. „Wenn das nicht mehr der Fall ist, braucht es Plan B.“ Gut möglich, dass im Sommer dann ein Rohr vom Übeltalferner, dem größten Wasserspeicher Südtirols, zum Becherhaus führt. Probleme mit dem ausbleibenden Wasser habe es früher auch immer wieder mal gegeben. „Und da musste die Hütte dann eben schließen“, sagt er. <BR /><BR />Weder über Personal- noch Wassermangel klagt Margit Ainhauser, Wirtin der Schwarzensteinhütte im Ahrntal. „Im Moment ist es noch ok, aber niemand kann sagen, was in 2 Monaten kommt“, gibt sie zu bedenken. Mit Wasserknappheit sei man auf der Schwarzsteinhütte bereits in Vergangenheit konfrontiert gewesen, sagt Ainhauser. „Aber dann suchen wir es eben woanders“, gibt sie sich stoisch. Eher befürchte sie, dass es heuer im Juli so viel regne wie im Vorjahr – „dann haben aber nicht nur wir Hüttenwirte ein Problem“, scherzt sie. Personalengpässe seien auf der Schwarzensteinhütte hingegen nie ein Thema gewesen. „Wir haben dieselben Mitarbeiter wie letztes Jahr“, und es melden sich immer weitere.<BR /><BR /><div class="img-embed"><embed id="783965_image" /></div> <BR /><BR />Ähnlich loyal sind die Mitarbeiter von Bernhard Wöll auf der Julius Payer-Hütte in Sulden. „Nicht alle bleiben die ganze Saison, sie wechseln sich ab, aber es sind immer dieselben“, sagt er. Die Lust auf Arbeit auf 3000 Höhenmetern reicht über die Landesgrenzen hinaus. „Ein Drittel meiner Mitarbeiter kommt aus Deutschland“, so Wöll. <BR /><BR />Eher zu kämpfen habe man mit Wasserknappheit, erklärt der Hüttenwirt: „Dank der Schneeschmelze gibt es derzeit keinen Wassermangel, aber wir haben nur 3 Reservoirs und damit begrenzte Speichermöglichkeiten.“ Das Überwasser könne nicht gesammelt werden. Im Vorjahr habe es im August 3 Wochen lang nicht geregnet, in der Folge musste das Wasser auf der Hütte „extrem rationiert“ werden. „Da mussten wir eben durchhalten, bis das Wasser kam“, so Wöll.<BR />