Es war eine der großen Ankündigungen vor den Landtagswahlen – der neue Bereichsvertrag für das nichtärztliche Personal in Südtirols Krankenhäusern und Gesundheitssprengeln. Weniger Stunden bei gleichem Lohn, ordentlich Geld für Mehrarbeit, für über 50-Jährige keine verpflichtenden Nachtdienste mehr und vieles mehr. Von den von Landeshauptmann Arno Kompatscher damals angekündigten Vorhaben ist aber nicht mehr viel übrig geblieben. <h3> Weniger Arbeit, gleicher Lohn, aber nicht für alle</h3>Bei der jüngsten Verhandlungsrunde wurde den Gewerkschaften nun mitgeteilt, dass es eine Reduzierung der Arbeitsstunden von 38 auf 36 Wochenstunden nicht mehr für alle geben soll. Diese ist nur mehr für Berufsbilder vorgesehen, die einer besonderen Belastung ausgesetzt sind.<h3> 35 Millionen Euro reichen nicht aus</h3>Der Grund: Die derzeit im Landeshaushalt für diese Vertragsverhandlungen festgeschriebenen 35 Millionen Euro reichen nicht aus. Allein die Reduktion der Arbeitszeit für besagte Berufsgruppen samt gleichzeitiger Auszahlung für freiwillig geleistete Turnusse würde mit 21 Millionen Euro zu Buche schlagen. Die verbleibenden 14 Millionen Euro würden gerade mal ausreichen, um einen Ausgleich bei den Zulagen zu schaffen – etwa beim Pflegepersonal, das derzeit in Altersheimen eine Zulage von 370 Euro bekommt.<BR /><BR /><embed id="dtext86-64792400_quote" /><BR /><BR />Auf Gewerkschaftsseite ist man vom vorgelegten Vorschlag wenig begeistert. Entweder die Arbeitszeit werde für alle reduziert oder man verzichte lieber darauf, so Andreas Dorigoni vom ASGB. „Zudem hat der Landeshauptmann durchblicken lassen, dass für den Inflationsausgleich im Zuge des BÜKV (Bereichsübergreifenden Kollektivvertrag, Anm. d. Red.) das Geld nicht reicht und das über Alternativen wie eben eine Reduktion der Arbeitszeit auf 36 Wochenstunden ausgeglichen werden soll“, sagt er. „Da wäre man jetzt schön blöd, beim nichtärztlichen Personal einer Reduzierung zuzustimmen, die dann ohnehin für alle kommt.“<h3> Betriebsabkommen seit 18 Jahren ausständig</h3>Zudem seien andere Punkte weit wichtiger. „Etwa die Einführung einer Springerzulage nach Vorbild der Altersheime oder eine Berufskarriere wie bei den Ärzten“, so Dorigoni. Auch bestehende Zulagen müssten deutlich erhöht werden. Nicht zuletzt müsste das Betriebsabkommen vereinheitlicht werden. „Dieses wurde 2006 unterzeichnet – ein Jahr vor der Zusammenführung der 4 Gesundheitsbezirke zum Sanitätsbetrieb“, so Dorigoni. „Noch heute bekommt ein Chauffeur in Bruneck eine monatliche Zulage von rund 140 Euro, jener in Bozen nichts.“ <BR />18 Jahre, wie aufs Betriebsabkommen, wird das nichtärztliche Personal zwar nicht warten müssen. Ein rascher Abschluss des Bereichsabkommens ist aber Stand heute nicht in Sicht.