Wie berichtet, wollte der Pilot aus dem Sarntal am Nachmittag des 30. Dezember 2020 mit seinem Helikopter vom Typ Airbus AS 350 auf einer Wiese nahe dem Obermoarhof in Reinswald landen – mit 4 Bekannten an Bord.<h3> „Whiteout“ raubte dem Piloten jegliche Sicht</h3>In Bodennähe kam es allerdings, wie so oft bei Hubschrauberlandungen im Schnee, zum sogenannten „Whiteout“: Der Rotor wirbelte den feinen Pulverschnee auf und nahm dem Piloten jegliche Sicht. Dadurch kam der Rotor mit dem Boden in Berührung und fing Feuer. Alle Insassen konnten den Hubschrauber verlassen und sich in Sicherheit bringen. <h3> Verdacht: Mehr Personen als nur die Insassen gefährdet </h3>In der Folge führten die Carabinieri unter der Leitung der Staatsanwaltschaft Ermittlungen zum Unfall durch, die zum Verdacht führten, dass der Pilot durch sein Manöver zum Brand des Hubschraubers geführt habe und damit mehr als nur die Insassen gefährdet habe. <BR /><BR /><div class="img-embed"><embed id="1016160_image" /></div> <BR /><BR /> Laut Verteidiger Beniamino Migliucci seien die Voraussetzungen für einen so schweren Vorwurf allerdings nicht gegeben. Dafür müsste nämlich eine unbestimmte Zahl an Menschen durch eine Handlung in Gefahr gebracht worden sein. <h3> Entfernung zu bewohnten Gebäuden und Brand ausschlaggebend </h3>Die Staatsanwaltschaft habe den Vorwurf darauf gestützt, dass der Angeklagte mit dem Hubschrauber in unmittelbarer Nähe von Wohngebäuden habe landen wollen und durch den Brand des Helikopters weitere Personen, die sich dort hätten aufhalten können, einer Gefahr ausgesetzt hätte.<BR /><BR />Allerdings hätten Amtsgutachter und Sachverständiger der Verteidigung, der gestern zu Wort kam, einen größeren Abstand zwischen Absturzstelle und Gebäude berechnet als jenen, der beim Abschluss der Ermittlungen angegeben worden war. <BR /><h3> Insassen erstatteten nicht Anzeige </h3>Darüber hinaus habe es sich beim Brand lediglich um ein Feuer gehandelt, und nicht um einen Brand – der laut Definition ein größeres Ausbreitungspotenzial habe und damit eine größere Gefahr darstellen könne. <BR /><BR />Schließlich hätten die Insassen, von denen 2 sich leichte Verletzungen zuzogen, auch nicht Anzeige gegen den Piloten erstattet. Die Verhandlung wurde auf den 24. Juni vertagt – an dem Tag wird auch bereits ein Urteil erwartet.