An die 250 Lehrpersonen waren es noch Mitte Jänner, die vom Dienst suspendiert waren, weil sie nicht wie gesetzlich vorgeschrieben gegen Corona geimpft waren. Ursprünglich hätten diese bis zum Schulende auch nicht mehr an den Arbeitsplatz zurückkehren dürfen. Doch dann machte Rom eine 180-Grad-Wende. Seit 1. April dürfen Suspendierte – wie berichtet – wieder in die Schule zurück. Und für jede ungeimpfte Lehrperson, die seit 1. April in die Schule zurückgekehrt ist, zahlt Südtirol doppelt. Zusätzlich zu den Löhnen für die Rückkehrer sind auch jene der für sie angestellten Supplenten weiterzuzahlen, darf mit 3G doch nach wie vor nicht unterrichtet werden. <BR /><BR />Zum Unterricht ins Klassenzimmer dürfen nämlich auch weiterhin nur Geimpfte oder Genesene. Für alle anderen muss die Schulführung eine Ersatzarbeit finden. Vorgesehen sind laut Ministerialrundschreiben 36 Wochenstunden an sogenannter unterrichtsstützender Tätigkeit. „Sie arbeiten an den Vorbereitungen und an Lernpaketen für den Nachholunterricht ebenso wie für die Willkommensgruppen der Flüchtlingskinder aus der Ukraine“, sagt Bildungsdirektor Gustav Tschenett. Die Situation sei aber nicht an allen Schulen gleich. „Wir haben einzelne Schulen, die relativ wenig mitbekommen haben. An anderen häufen sich die Fälle“, so Tschenett. <h3> Einige haben gekündigt</h3>Wie viele zuvor vom Dienst suspendierte Lehrpersonen seit 1. April effektiv an ihren Arbeitsplatz zurückgekehrt sind, wisse man laut Tschenett nicht. Das ändere sich beinahe wöchentlich. Fix ist, dass rund 30 Lehrerpersonen, die weder geimpft noch genesen sind, die Konsequenzen gezogen und gekündigt haben. „Andere sind zwar nicht mehr suspendiert, aber unentschuldigt abwesend“, so Tschenett. Dienstrechtliche Konsequenzen habe das aber keine.<BR /><BR />Deutliche Konsequenzen auf das Budget hat hingegen die Rückkehr von Ungeimpften und nicht Genesenen. „Für jede und jeden einzelnen, der durch diese Neuregelung in die Schule zurückkommt, zahlen wir nämlich doppelt“, sagt Bildungslandesrat Achammer. Schließlich sei für die Ungeimpften bereits während ihrer Suspendierung Ersatz angestellt worden. Zumal jetzt Lehrpersonen, die weder geimpft noch genesen sind, zwar in die Schule aber nicht ins Klassenzimmer zurückdürfen, braucht es die Supplenten auch weiterhin. Damit müssen sowohl diese als auch die Rückkehrer bezahlt werden.<BR /><BR /><embed id="dtext86-53849858_quote" /><BR /><BR />Über 651.000 Euro pro Monat an Mehrausgaben fallen dadurch an. Bis Schulschluss wären es 1.628.066,35 Euro an Mehrkosten, die im Budget des Bildungsbereiches fehlen. „Die zusätzlichen Sommergehälter, die jetzt durch diese Regelung anfallen, noch gar nicht einmal mitberechnet“, ärgert sich Achammer. Durch die Möglichkeit der vorgezogenen Rückkehr an den Arbeitsplatz haben die Suspendierten nämlich auch Anrecht auf die Entlohnung während der Sommerferien.<BR /><BR />Bezahlt werden müssen diese Mehrkosten derzeit noch aus dem Landeskassen. „Das Thema haben wir haben bereits 2 Mal in der Landesregierung auf den Tisch gebracht und beschlossen, dass der Landeshauptmann diesbezüglich in Rom intervenieren muss“, so Achammer. Denn wenn man in Rom schon solche Regelungen erlasse, dann solle Rom auch für die nötige Finanzierung aufkommen. <BR />