Im vergangenen Spätherbst, nach Hüttenschluss auf der Rossalm, hatte sich der Wirt auf ein besonderes Abenteuer eingelassen: Bei einer Weltumsegelung des norwegischen Kapitäns Ole Dag Kvamme segelte er eine Etappe von Gran Canaria bis nach Brasilien mit. Auf den einzelnen Teilstrecken sind jeweils andere Mitsegler an Bord. <BR /><BR />Ein Erlebnis, das nach einer Fortsetzung rief: Und so lud „Hebs“ den Kapitän und mehrere Mitsegler zum Wiedersehen ins Pustertal ein. Kvamme kam – und brachte seine drei Buben und noch ein paar andere Segler von überall her mit. Und weil ein Seglertreffen ohne Segeln irgendwie nur eine halbe Sache ist, hatte „Hebs“ auch dafür eine Idee: den Pragser Wildsee. Bruno Heiss, der dort Boote vermietet, stellte der internationalen Runde eines zur Verfügung. Dieses wurde kurzerhand mit einem Segel mit norwegischem Kennzeichen versehen – und schon hieß es auch auf dem Pragser Wildsee: Leinen los! „Ich bin sicher, dass mein norwegischer Kapitän der Erste war, der jemals auf dem Pragser Wildsee gesegelt ist“, sagt „Hebs“.<BR /><BR />Auch an die seemännischen Gepflogenheiten wurde gedacht: Zum Ankern musste ein mit Steinen gefüllter Kartoffelsack herhalten, der in Ufernähe ins knapp einen Meter tiefe Wasser gelassen wurde. Und weil nach einem ordentlichen Ankerwurf auch das Ankerbier nicht fehlen darf, hatte „Hebs“ selbstverständlich vorgesorgt.<BR /><BR />So wurde am vergangenen herrlichen Samstagvormittag aus einem Weltumsegler kurzerhand ein Wildsee-Segler – mit norwegischer Flagge, fünf Matrosen, Kartoffelsack-Anker und Ankerbier. Zuschauer aus aller Welt dürften dabei jedenfalls etwas zu sehen bekommen haben, was selbst am Pragser Wildsee nicht alle Tage vorkommt.