Es gibt in der Bevölkerung wohl kaum Menschen, die sich eingehend mit der Müllsammlung beschäftigen. Zumindest solange alles reibungslos klappt: Die Sammlung soll verlässlich und diskret ablaufen, nicht stinken und nicht viel Lärm machen. Doch das hat sich jetzt geändert.<BR /><BR />Der Sammeldienst in der Bezirksgemeinschaft Salten-Schlern musste im Jahr 2023 neu ausgeschrieben werden. Für das Los Gröden-Kastelruth hat ein großes Unternehmen aus Udine in Bietergemeinschaft mit einer heimischen Firma gewonnen, die zweit- und drittgereihten Teilnehmer kamen aus Neapel und Sizilien. <BR /><BR />„Kurz nach Aufnahme des neuen Dienstes kam es in jenen Gemeinden, für die das Unternehmen aus Udine zuständig sein sollte, zu den ersten Problemen, sodass schließlich – dank der guten Zusammenarbeit zwischen den Gemeinden und der Bezirksgemeinschaft sowie der notwendigen Bereitschaft der beteiligten Unternehmen – der Anteil des Auftrages des Unternehmen aus Udine an ein zweites heimisches Unternehmen, übergeben werden konnte“, sagt Bezirkspräsident Albin Kofler: „Es ist schon klar, dass wir uns an die gesetzlichen Bestimmungen und an die Vorgaben von ARERA halten müssen“, wirft Bezirkspräsident Albin Kofler ein. „Es muss aber doch möglich sein, dabei den sehr hohen Standard zu erhalten, den wir uns in den vergangenen Jahrzehnten in diesem Bereich erarbeitet haben“, fordert Kofler, „denn es nützt doch nichts, dass einmal mehr die Qualität auf dem Papier verbessert wird, aufgrund einer Zentralisierung jedoch ein exzellenter Dienst nicht mehr funktioniert.“ <BR /><BR />Noch dazu habe die Bezirksgemeinschaft und auch die Gemeinden keine Möglichkeit mehr, die Mülltarife mitzugestalten. „Es werden die Tarife der ARERA angewandt“, sagt Kofler, „und was das bedeutet, werden nicht nur die Meranerinnen und Meraner zu spüren bekommen“, nimmt der Sprecher der Bezirkspräsidenten zur Meldung Stellung, dass der Mülltarif in Meran um knapp 10 Prozent steige. „Es stimmt uns nachdenklich, wenn wir daran denken, was wir gemeinsam in den vergangenen Jahrzehnten für einen guten Dienst aufbauen konnten, der nun aber auf mehr als auf der Kippe steht und künftig für viel Unmut und Unzufriedenheit in der Bevölkerung sorgen wird“, zeigt sich Bezirkspräsident Kofler besorgt. Die Bezirksgemeinschaft Salten-Schlern fordert daher die Landespolitik dazu auf, einen Weg zu finden, um den Müllsammeldienst weiterhin dezentral und „nahe an den Menschen“ zu führen.