Die Gründe für diese Häufung sind vielfältig. Das stimmt auch den Bergrettungschef Ernst Winkler nachdenklich. Wir haben mit ihm gesprochen.<BR /><BR /> „Null Lawinentote“ – Diese positive Bilanz konnte vor rund einem Jahr (Ende Jänner 2022) gezogen werden. Auch am Ende der Wintersaison 2021/22 waren die Zahlen so gut wie lange nicht mehr, es war bei „lediglich“ drei Lawinentoten geblieben. <BR /><BR /><BR /><div class="img-embed"><embed id="865823_image" /></div> <BR />Als Gründe für diese positive Entwicklung nannte Ernst Winkler, Landesleiter des Bergrettungsdienstes im Alpenverein Südtirol (AVS), die damalige Schneelage, die verbesserte Lawinenkenntnis sowie die Fitness der Tourengeher.<BR /><BR />Im heurigen Winter hingegen sieht die Lage plötzlich ganz anders aus: Fünf Lawinentote in Südtirol sind bereits jetzt zu beklagen; letzthin häuften sich die Unglücke in den hiesigen und angrenzenden Bergen. Winkler stellt daher fest: „Noch ist nicht abzuschätzen, wie es am Ende der Saison aussieht. Aber in einem Winter wie diesem zeigt sich, dass Tourengeher sozusagen dem Schnee ‚nachgehen‘. Und dort, wo heuer der Schnee liegt, kann es – so wie in diesen Tagen – erheblich gefährlich sein. Der Schneeaufbau ist nämlich alles andere als ideal, lässt sich jeweils nur mittels Schneeprofil einschätzen.“ <BR /><BR />Umso wichtiger sei es, nicht nur topausgerüstet und fit unterwegs zu sein, sondern den Lawinenlagebericht (siehe: https://lawinen.report) ernst zu nehmen: „Es gibt keine Lawinen, die plötzlich passieren.“<h3> Gefährliche Entwicklung: Mehr sind „solo“ unterwegs</h3>Und noch etwas fällt Winkler bei den bisherigen tödlichen Lawinenunglücken auf: „In vielen Fällen waren die Leute alleine unterwegs, noch dazu Einheimische bzw. Ortskundige.“ Eine Erklärung für diese häufigeren Alleingänge im hochalpinen Gelände findet Winkler in der gesellschaftlichen Entwicklung: „Zeitdruck und Stress spielen eine Rolle – ebenso wie das Problem, geeignete Tourenpartner zu finden. Denn in einer Gruppe gilt es, sich am Schwächeren zu orientieren. Das wollen aber manche nicht – und gehen allein los.“ <BR /><BR />Mit fatalen Folgen, wie sich zeigt. Weshalb Winkler erinnert: „Wird man allein von einer Lawine erfasst, sinkt die Überlebenschance unweigerlich. Ist man hingegen in einer Gruppe unterwegs, kann man sich gegenseitig helfen und Verschüttete schneller aus den Schneemassen befreien.“<BR />