Außerdem zeigt der Experte im Interview mit s+ auf, warum die Hersteller erst jetzt an die Jüngsten denken.<BR /><BR /><BR /><BR />Interview: Michael Eschgfäller<BR /><BR /><b>Es wird auf Hochdruck daran gearbeitet, dass auch Kinder und Jugendliche gegen Corona geimpft werden können. Warum?</b><BR />Prof. Bernd Gänsbacher: Das ist deshalb so immens wichtig, weil man sonst nie eine Herdenimmunität erreichen würde. In den USA z.B. ist fast ein Drittel der Bevölkerung minderjährig und könnte somit nicht geimpft werden.<BR /><BR /><BR /><b>Wie steht's um die Zulassung des Impfstoffes für Kinder und Jugendliche?</b><BR />Prof. Gänsbacher: Bei der amerikanischen Medikamentenzulassungsbehörde FDA hat Pfizer die Zulassung für 12- bis 15-Jährige schon beantragt. Ich bin zwar kein Hellseher, aber ich rechne damit, dass der Impfstoff von Pfizer in den USA in 2 bis 3 Wochen zugelassen werden dürfte. <BR /><BR /><b>Und in Europa?</b><BR />Prof. Gänsbacher: Da wird es wohl noch ein wenig länger dauern. Sobald die FDA grünes Licht gibt, dürfte Pfizer auch bei der EMA den Antrag stellen. Die Prüfung dort sollte nicht mehr so lange dauern, da ja die FDA schon intensiv kontrolliert hat. Es wird wohl noch einen Monat dauern, bis der Impfstoff auch in Europa für diese Altersgruppe zugelassen wird.<BR /><BR /><BR /><b>Was ist mit den anderen zugelassenen Impfstoffen?</b><BR />Prof. Gänsbacher: Diese werden sicher nachziehen. Im Moment sind Moderna, AstraZeneca und Johnson & Johnson nur für Menschen über 18 Jahren zugelassen. Pfizer hingegen kann schon jetzt ab 16 verimpft werden.<BR /><BR /><b>Wieso ist das so?</b><BR />Prof. Gänsbacher: Weil Pfizer bei seinen Studien zur Zulassung des Impfstoffes die über 16-Jährigen mit einbezogen hat. Die anderen Impfstoffhersteller haben das eben nicht gemacht. <BR /><BR /><b>Wieso wurden die Impfstoffe nicht prinzipiell auch schon für eine Anwendung bei Kindern getestet?</b><BR />Prof. Gänsbacher: Das ist bei jedem Medikament so, dass es zuerst an Erwachsenen erprobt wird. Erst nach seiner Zulassung und der Garantie, dass schwere Nebenwirkungen so gut wie ausgeschlossen sind, geht man daran, ein Medikament auch bei Kindern zu erproben. Das ist auch beim Corona-Impfstoff so.<BR /><BR /><b>Und wie sieht die Studie im konkreten Fall aus?</b><BR />Prof. Gänsbacher: Für die Studie des Corona-Impfstoffes hat BioNTech/Pfizer 2200 Jugendliche zwischen 12 und 15 Jahren herangezogen. Dabei wurde der einen Hälfte der Impfstoff verimpft, die anderen 1100 Jugendlichen blieben unbehandelt. Während es bei den 1100 Geimpften keinen einzigen Fall einer Corona-Infektion gegeben hat, gab es in der anderen Gruppe deren 18.<BR /><BR /><b>Und wie sieht es mit Nebenwirkungen aus?</b><BR />Prof. Gänsbacher: Auch die hielten sich in Grenzen. Es waren dieselben, wie sie bereits von den Erwachsenen bekannt waren, sprich Schmerzen an der Einstichstelle, in seltenen Fällen Fieber und Schüttelfrost.<BR /><BR /><b>Wie sieht es mit der Impfung für Kinder aus?</b><BR />Prof. Gänsbacher: Pfizer führt gerade eine identische Studie mit 5- bis 11-Jährigen durch. Da wird es noch etwas dauern. Doch egal welches Alter: Wichtig ist impfen, impfen, impfen, denn nur so können wir das Virus besiegen.<BR /><BR />