Es war ein Elektrozaun mit 4 Litzen, mit dem Josef Steger etwa 100 Meter neben seinem Hof die Wiese umzäunt hat, auf der seine 23 Schafe die Wochen bis zum Almauftrieb verbringen sollten. „Aber er war halt nur gut einen Meter hoch“, sagt Steger. Zu niedrig für den Wolf, wie ihm jetzt gesagt wurde, nachdem das Raubtier in der Nacht auf Dienstag die Umzäunung überwunden und 6 der Schafe gerissen hat. „Ein siebtes Schaf war so zugerichtet, dass wir es notschlachten mussten, ein anderes hat eine Fußgelenksverletzung, da hoffen wir, dass es durchkommt“, sagt der Bauer. <BR /><BR />Dass es wohl ein oder mehrere Wölfe waren, davon seien auch die Forstbeamten ausgegangen, die am Dienstag einen Lokalaugenschein vornahmen und auch Fotofallen aufgestellt haben.<BR /><BR /><embed id="dtext86-64564578_quote" /><BR /><BR />Die überlebenden Schafe sind jetzt nur mehr tagsüber auf der Weide, nachts werden sie wieder im Stall eingesperrt, bis es in ungefähr 2 Wochen auf die Schüttalm geht – mit einem mehr als nur mulmigen Gefühl für ihren Besitzer. Immerhin hat der Wolf auch dort schon einmal zugeschlagen. Einzäunen ist dort oben, im weitläufigen und unwegsamen Gelände aber nicht möglich. <BR /><BR /><BR /><div class="img-embed"><embed id="1024179_image" /></div> <BR />„Ich frage mich schon, warum sich nicht einer der sogenannten Tierschützer einmal meldet“, sagt Steger. „Ein Schaf hatte den Vorderlauf abgerissen, es hat sicher 5 bis 6 Stunden leiden müssen, bis wir es in der Früh erlöst haben.“ Und der Bauer vom Fuchshof nimmt auch die Politik in die Pflicht, die augenscheinlich nichts gegen den Wolf unternehmen wolle. „In Nord- und Osttirol, in der Schweiz, überall werden Wölfe mittlerweile geschossen, nur bei uns nicht“, schimpft Steger. „Die Gesellschaft und vor allem die Politiker müssen endlich verstehen, dass das nicht mehr funktioniert und dass unsere Tiere geschützt werden müssen“, sagt er – genau an jenem Tag, an dem das Bundesland Tirol wieder durchgreift und eine Abschussverordnung für einen Wolf in Außervillgraten in Osttirol ausgestellt hat. <h3> Osttirol: 15 Schafe in Unterstand gerissen</h3><h3> </h3> Dort wurden in einem stallähnlichen Unterstand in unmittelbarer Nähe eines Bauernhauses am Dienstag 6 Schafe tot aufgefunden. Weitere 9 Tiere mussten notgetötet werden, 7 Schafe sind verletzt. Nach Begutachtung durch den örtlich zuständigen Amtstierarzt besteht der Verdacht auf einen Wolf als Verursacher. Bereits Mitte April sind in St. Veit in Defereggen 2 Schafe gerissen und ein weiteres Schaf verletzt worden. Auch hier fanden die Risse in unmittelbarer Nähe eines bewohnten Gebäudes statt. Anhand der genommenen Proben wurde mittlerweile ein Wolf aus der italienischen Population nachgewiesen.<h3> 4 Wölfe im Bundesland Tirol erschossen</h3>Bisher wurden im Bundesland Tirol insgesamt 4 Wölfe nach Abschussverordnungen getötet, sagte ein Sprecher des Landes der APA. 3 Abschüsse entfielen dabei auf Osttirol, einer auf das Nordtiroler Mittelgebirge (Bezirk Innsbruck-Land). Eine weitere Verordnung war heuer in Fieberbrunn (Bezirk Kitzbühel), ohne erfüllt zu werden, ausgelaufen.<BR />In Südtirol wurde im Herbst des Vorjahres nach Prüfung und Anhörung von Fachleuten die Entnahme von insgesamt 4 Wölfen in Mühlwald und Kastelbell in Abschussdekreten angeordnet; per Präsidialverfügung und schließlich in kollegialer Besetzung hat das Verwaltungsgericht aber beide Dekrete auf Antrag von Tierschützern ausgesetzt. Damit ist in Südtirol noch kein Wolf legal geschossen worden. <BR />