„Die Hauptquelle für die Wasserversorgung in Bozen ist das Grundwasser. Das ist gut und schlecht zugleich. Es ist gut, weil wir uns in der Talsohle befinden und die Wasserreserven sehr groß sind“, erklärt Stefano Sacchi „Die Schwachstelle ist, dass dies Bozens einzige Quelle ist. Es fehlt an einer breiteren Aufstellung der Wasserquellen, um die Versorgungssicherheit der Trinkwasserleitungen zu erhöhen, also ein bisschen Grundwasser, ein bisschen Quellwasser, ein bisschen Wasser aus dem Fluss. In dieser Hinsicht ist Bozen ein wenig anfällig.“<h3> Wasserqualität muss stimmen</h3>In den vergangenen Jahren sei aber im jährlichen Durchschnitt gesehen ein langsamer Anstieg des jährlichen Grundwasserspiegels auf dem Stadtgebiet gemessen worden. Das bedeute einerseits Versorgungssicherheit, verursache andererseits aber Probleme im Bausektor. „Grundsätzlich ist die Menge im Bozner Grundwasser, das vor allem vom Eisack und der Talfer, zu einem kleineren Teil von der Etsch gespeist wird, in den vergangenen Jahrzehnten nahezu konstant geblieben. Entscheidend ist aber nicht nur die Menge, sondern auch die Qualität des Trinkwassers – und diese ist sehr hoch. Genau das macht den Unterschied: Nur wenn die Qualität stimmt, können wir das Wasser tatsächlich in das Versorgungsnetz einspeisen. Darauf kommt es jetzt an“, sagt der Technische Direktor.<BR /><BR />Welche Anforderungen daraus für das Versorgungssystem entstehen, zeigt sich im täglichen Verbrauch: Dieser lag im vergangenen Jahr bei 219,72 Litern Wasser pro Boznerin bzw. Bozner und entspricht damit dem nationalen Durchschnitt, so der Experte. Allerdings habe man festgestellt, dass es innerhalb des Stadtgebiets viel stärkere Schwankungen des Grundwasserspiegels gebe als früher. „Gerade aufgrund unserer hydrologischen Gegebenheiten sind die Wintermonate Dezember und Januar die kritischsten Monate, in denen der Grundwasserspiegel sein Jahrestief erreicht, das in den vergangenen Jahren stetig gesunken ist. Deshalb kam es mit dem derzeitigen System aus 15 Tiefbrunnen heuer Ende Januar und im Februar zu einigen kritischen Situationen: Unsere Brunnen funktionieren nämlich nur bis zu einem bestimmten Mindestwasserstand zuverlässig – sinkt der Pegel darunter, treten Probleme auf.“<h3> Wassernetz <h3> der</h3> Stadt wurde erneuert </h3>Mit dem Anstieg der Temperaturen und dem Schmelzwasser habe sich die Lage dann normalisiert. „Flüsse führen mehr Wasser, sodass sich der Grundwasserspiegel nun wieder auffüllt und steigt. Die kritische Situation bei uns ist also gelöst, und sofern es keine Probleme gibt, haben wir für den Rest des Jahres, also auch für die Sommerzeit, keine Probleme“, betont er. <BR /><BR />Um aber die Widerstandsfähigkeit des Versorgungssystems zu erhöhen, sei in den vergangenen Jahren das Wassernetz der Stadt erneuert worden, wodurch Wasserverluste reduziert worden seien. „Eine weitere Maßnahme, mit der wir im September beginnen werden, ist der Bau eines dritten unterirdischen Trinkwasserspeichers mit 5.000 Kubikmetern Fassungsvermögen in der Nähe des Spitals. Damit kann die tägliche Speicherkapazität für die von uns gelagerte Wassermenge erhöht werden. Bozen verfügt so über mehr Puffer, um kurzfristige Wassermangelphasen zu überbrücken Zudem werden im Roseggerpark und im Bereich des Marienplatzes zwei neue Brunnen gebaut.“ Insgesamt gibt es derzeit in Bozen zehn Speicherbecken, die drei größten fassen 6500, 4500 bzw. 1500 Kubikmeter.