In den vergangenen 2 Jahre ist es des Öfteren passiert, dass sich eine Familie mit Corona infizierte, die Mutter aber beispielsweise nie positiv getestet wurde, obwohl sie die Kranken versorgt hatte und engen Kontakt mit ihrer Familie hatte. Ist da nur der PCR-Test fehlgeschlagen? „Nein“, meint Dr. Elke Maria Erne.<BR /><BR />Dass es auch falsche Testergebnisse gibt, ist durchaus wahrscheinlich. „Kein Test ist unfehlbar“, sagt die Ärztin. Trotzdem scheint es Personen zu geben, die Immun sind. „Es ist aber sehr schwer, das Phänomen zu erklären. Es gibt nur wenige Studien und viele Theorien“, so Dr. Erne. Es hänge von mehreren Faktoren ab. <BR /><BR />„Erstens hängt es von der Viruslast ab. Unter einem gewissen Schwellenwert ist die Viruslast zu gering, um sich zu infizieren. Zweitens hängt es auch von der Tageszeit ab. Am Morgen ist die Ansteckungsgefahr geringer, weil sich das Immunsystem nachts regeneriert hat. Drittens spielt auch das Alter eine Rolle: Je älter man ist, desto schwächer ist das Immunsystem und anfälliger für eine Infektion. Viertens spielt das Geschlecht eine Rolle: Man konnte beobachten, dass Frauen besser geschützt sind, da sie ein besser funktionierendes Immunsystem haben“, sagt die Primarin.<BR /><BR />Das seien allgemeine Faktoren, die sich auf das Immunsystem auswirken. Sie erklären aber noch nicht vollständig, wieso sich manche Menschen nicht anstecken. Für diese Frage gebe es andere Theorien. <BR /><BR /><b>Ist die Immunität genetisch bedingt?</b><BR /><BR />Wie aus einem Artikel der Welt zu entnehmen ist, könnte die mysteriöse Immunität etwas mit unserem Erbgut zu tun haben. Sars-CoV-2 dockt mit seinem Spike-Protein an einen ACE-2-Rezepotor an, um sein genetisches Material in die Zelle zu schleusen und sich zu vermehren. Es könnte Fälle geben, wo das Spike-Protein weniger gut passt und der Mensch dadurch weniger anfällig für eine Infektion ist, so die Welt. <BR /><BR />Dr. Erne ist diese Theorie aber noch zu wackelig und sagt: „Da gibt es noch nicht richtige Studien und man weiß noch sehr wenig darüber.“<BR /><BR /><b>Vorheriger Schnupfen könnte schützen</b><BR /><BR />Was die Immunität auch erklären könnte, so die Primarin, seien sogenannte Gedächtniszellen bzw. T-Zellen. T-Zellen sind Teil des Immunsystems und werden erst dann aktiviert, wenn die Zellen schon virusinfiziert sind. „Die Menschen, die mehr T-Zellen haben, sind weniger anfällig für eine Infektion, das hat zumindest die Studie aus London ergeben“, sagt Dr. Erne. <BR /><BR />„Bei den T-Zellen gibt es vielleicht eine leichte Kreuzimmunität. Das heißt, dass sie bei früheren Erkältungen, die auch durch Coronaviren ausgelöst wurden, gelernt haben, wie man andere Coronaviren teilweise bekämpft. Die T-Zellen könnten deswegen der Grund für die Immunität sein.“<BR /><BR />Dabei kommt die Person zwar mit Corona in Kontakt, das Immunsystem bekämpft es aber gleich und stoppt eine weitere Verbreitung. In dem Fall ist man auch bei einem PCR-Test negativ. <BR /><BR /><BR /><embed id="dtext86-53509093_quote" /><BR /><BR /><BR /><b>Zusammenspiel von vielen Faktoren</b><BR /><BR />Es gibt viele Theorien, wieso sich einige trotz engstem Kontakt mit infizierten Menschen nicht angesteckt haben. Dr. Erne glaubt aber, dass „es ein Zusammenspiel von sehr vielen Faktoren ist, das es zu einer Immunität gegen Corona kommt. Es liegt aber sicher irgendwo am Immunsystem.“<BR /><BR />„Am besten geschützt sind junge Frauen, die schon einen Schnupfen hatten. Das ist aber nur meine Theorie“, sagt Dr. Erne abschließend.