Antworten auf diese Fragen geben das Netzwerk Spielsucht in Südtirol (aktion-spielsucht.it) und die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (check-dein-spiel.de) auf ihren Internetseiten. <BR /><BR /><b>1. Was sind Glücksspiele?</b><BR />Glücksspiele sind Spiele, wo um Geld gespielt wird, in der Hoffnung noch mehr Geld zu gewinnen. Der Ausgang der Glücksspiele hängt dabei nicht vom Geschick der Spielenden ab, sondern ist vom Zufall bestimmt. Ob Rubbellose, Lotto, Casinospiele oder Slot-Maschinen: Glücksspiele sind so konzipiert, dass man auf Dauer unweigerlich mehr Geld verliert als man gewinnt. Dabei sind die Spielehersteller die eigentlichen Gewinner.<BR /><BR /><b>2. Was ist Glücksspielsucht?</b><BR />Glücksspielsucht beschreibt ein Glücksspielverhalten, das zu deutlichen Problemen für den Spielenden und sehr häufig auch für sein persönliches Umfeld führt. Betroffene merken oft erst, dass es ein Problem gibt, wenn sie die Kontrolle über die Häufigkeit des Spielens oder die Höhe der Einsätze beim Spielen verloren haben. Viele schämen sich dann dafür und verheimlichen, dass sie spielen. Die Glücksspielsucht wird als eine Krankheit angesehen, die erfolgreich behandelt werden kann.<BR /><BR /><b>3. Warum können Glücksspiele süchtig machen?</b><BR />Ob eine Person süchtig nach dem Glücksspielen wird oder nicht, hängt von verschiedenen Faktoren ab. Dazu gehören insbesondere bestimmte Eigenschaften der spielenden Person sowie die Lebensumstände der Spielerin oder des Spielers. So entwickeln Personen schneller ein süchtiges Spielverhalten, wenn es in der Familie schon Suchtprobleme gab. Die Suchtgefahr ist auch erhöht, wenn Glücksspiele als Ablenkung von Problemen oder Konflikten genutzt werden, ständig verfügbar sind oder gespielt werden, um Verluste wieder einzuholen.<BR /><BR /><b>4. Welche Symptome deuten auf eine Spielsucht hin?</b><BR />1. Die Gedanken kreisen ständig ums Glücksspiel<BR />2. Unruhe und Gereiztheit beim Versuch, nicht zu spielen<BR />3. Heimliches Spielen und Lügen – Spielschulden und Geldleihe bei Bekannten und Freunden<BR />4. Versuche, das Spielen unter Kontrolle zu halten, scheitern<BR />5. Es wird gespielt, um vor eigenen Problemen abzulenken und zu flüchten<BR />6. Das Spielen verursacht Probleme in der Partnerschaft, in der Familie oder am Arbeitsplatz<BR />7. Trotz negativer Folgen wird weitergespielt<BR /><BR /><b>5. Welche Glücksspiele werden am häufigsten gespielt?</b><BR />Zu den beliebtesten Glücksspielen zählen das Lotto (Lotto und SuperEnalotto) und die Rubbellose (Gratta e vinci). Viele versuchen ihr Glück auch an sogenannten Slot-Maschinen (Spielautomaten) oder im Casino beim Black Jack, Roulette oder Poker. Digitale Medien erleichtern den Zugang zu Glücksspielangeboten. Diese sind immer und überall verfügbar, das Geld wird bequem von der Kreditkarte abgebucht. Selbstkontrolle und Selbstbeherrschung werden deutlich erschwert. Die unendliche Verfügbarkeit und der Austausch mit echten Menschen im Internet erhöhen den Spielreiz und machen das Pausieren oder Aufhören sehr schwierig. <BR /><BR /><b>6. Welche Glücksspielarten sind besonders riskant?</b><BR />Wissenschaftliche Studien zeigen, dass Geldautomaten in Spielhallen oder der Gastronomie das höchste Risiko haben, abhängig zu machen. Auch Poker, Sportwetten und das „kleine Spiel“ im Casino haben ein hohes Abhängigkeitspotenzial. <BR /><BR />Das Gefährdungspotenzial von verschiedenen Glücksspielarten hängt von einigen Eigenschaften der Gestaltung des Spiels ab:<BR /><BR />Die Ereignisfrequenz, also die Spielereignisse innerhalb einer bestimmten Zeit. Beim Automatenspiel ist es zum Beispiel möglich, im Sekunden- oder Minutentakt Geld einzusetzen, beim Lotto hingegen lediglich zwei Mal in der Woche.<BR /><BR />Auch die Möglichkeit, mehrere Spiele parallel und für längere Zeit am Stück zu spielen, und eine unbegrenzte Einsatzhöhe erhöhen das Abhängigkeitsrisiko.<BR /><BR />Das Risiko steigt zudem, je höher die Gewinnwahrscheinlichkeit ist, je größer der Jackpot, je häufiger Fast-Gewinne vorkommen und je schneller der Gewinn ausgezahlt wird.<BR /><BR />Nicht zuletzt spielt der leichte Zugang, also die Verfügbarkeit, wie bei Online-Glücksspielen, eine wichtige Rolle wie auch die Gestaltung.<BR /><BR />Auch Ton- und Lichteffekte beim Automatenspiel können das Gefährdungspotenzial erhöhen.<BR /><BR /><b>7. Was tun, wenn ich oder eine andere Person eine Spielsucht hat?</b><BR />Eine Spielsucht aus eigener Kraft loszuwerden, kann schwierig sein. Eine professionelle Unterstützung hilft, die Sucht in den Griff zu bekommen und ein freies und selbstbestimmtes Leben zurückzuerlangen. In Südtirol gibt es mehrere Einrichtungen und Dienste die Erstgespräche, Beratungen und Therapieangebote für Spielsüchtige und Angehörige anbieten. Sie haben sich im Netzwerk Spielsucht zusammengeschlossen und bieten Prävention, Beratung und Therapie an. Es besteht aus den Diensten für Abhängigkeitserkrankungen Bozen, Brixen, Meran und Bruneck, dem Forum Prävention – Fachstelle Sucht, der Schuldnerberatung der Caritas, der Psychosozialen Beratungsstelle Schlanders, dem Verein Hands und dem Therapiezentrum Bad Bachgart. Die Glücksspielsucht ist als psychische Krankheit anerkannt. Alle Angebote sind daher kostenlos. Für ein Erstgespräch gibt es eine Grüne Nummer: 800 720 762. <BR /><BR /> <a href="https://www.aktion-spielsucht.it/de/aktion-spielsucht-1257.html" target="_blank" class="external-link-new-window" title="">Infos: www.aktion-spielsucht.it </a><BR />