Allein am Krankenhaus Bozen sind einige Abteilungen durch ältere, bereits genesene Patienten blockiert. Frühestens im Jahr 2026 ist dort eine Lösung des Problems in Sicht. <BR /><BR />Rund 2 Millionen Senioren liegen in Italiens Krankenhäusern, obwohl sie dort aus medizinischer Sicht längst nicht mehr dort sein müssten. Auch in Südtirols Spitälern sind vielfach Betten mit solchen Patienten belegt, die zwar entlassen werden könnten, aufgrund mangelnder Betreuung aber nicht nach Hause zurück oder wegen fehlender Kapazitäten auch nicht in ein Heim können. <BR /><BR />Auch die vom Sanitätsbetrieb in privaten Einrichtungen angekauften Übergangsbetten sind ausgelastet. Die Folge: In einigen Abteilungen sind 10 bis 20 Prozent der Betten mit solchen Patienten belegt. Am Krankenhaus Bozen etwa sind Geriatrie, Medizin und Infektionsabteilung besonders von diesem Phänomen betroffen. <h3> Bis zu 10 Tage verlängert</h3>Um teilweise bis zu 10 Tage muss bei einigen der älteren Patienten der Aufenthalt verlängert werden. Die Folge: Dadurch werden Betten blockiert – Krankenhausbetten, die man dringend für andere Patienten bräuchte. Man dürfe Geriatrie, Medizin usw. nicht als „Parkplatz“ für alleinstehende Senioren sehen, so Irene Pechlaner, Direktorin des Gesundheitsbezirkes Bozen. Wie im restlichen Staatsgebiet seien auch Südtirols Krankenhäuser immer öfter mit sozialen Problematiken konfrontiert. <BR /><BR />Ein Krankenhaus sei dazu da, Akutfälle aufzunehmen und zu behandeln und dürfe und könne nicht missbräuchlich Betten belegen, so Pechlaner. Der Zeitpunkt, an dem der Facharzt verfügt, dass der Patient das Krankenhaus verlassen darf, stimme oft nicht mit dem effektiven Entlassungsdatum überein. <BR /><BR /><embed id="dtext86-57855846_quote" /><BR /><BR />Das Problem sei kein neues, sagt Sanitätsdirektor Josef Widmann. Aus diesem Grund hat der Sanitätsbetrieb kürzlich auch den Beschluss gefasst, in privaten Einrichtungen zusätzliche Intermediärbetten anzumieten: 22 Betten in einer Einrichtung in Bruneck und weitere 10 in Tisens. „Zudem wird mit Geldern aus dem Wiederaufbaufonds PNRR in Bozen eine neue Klinik gebaut, in dem auch die Einrichtung von 40 Intermediärbetten vorgesehen ist“, so Widmann. <BR /><BR />Der 12,6 Mio. Euro teure Neubau dürfte frühestens 2026 fertiggestellt werden. Bis dahin werden allein stehende Senioren wohl weiter Krankenhausbetten blockieren. „Das ist ein soziosanitäres Problem, das wir gemeinsam angehen müssen“, sagt Widmann. <BR /><BR />„Und schaut man sich die Entwicklung der Alterspyramide an, wird das Problem noch weiter zunehmen“, sagt Widmann. „Denn die Gesellschaft wird immer älter und die Singlehaushalte nehmen seit Jahren zu. Einrichtungen, wie etwa das betreute Wohnen, werden folglich um so wichtiger werden“, ist Widmann überzeugt. „Akutkrankenhäuser können diesen Bedarf nicht auffangen – und sind dazu auch gar nicht da“, stellt der Sanitätsdirektor klar.<BR />