Unterm Strich interessierten sich dafür mehr als 220 Teilnehmer. <BR /><BR />Die öffentlichen Plätze vielfach streng versiegelt, die Häuserfassaden und Flachdächer überwiegend in Beton oder Blech gehalten, die Parkplätze zugeteert. So wird das Grün aus Siedlungsräumen sukzessive verdrängt. „Es ist dieser Drang nach Übersicht, Ordnung und Sauberkeit, dem die Natur in besiedelten Räumen nach und nach geopfert worden ist“, zeigte der Vorarlberger Grünberater, Naturforscher und Autor Conrad Amber in seinem Referat auf, um daraus das ernüchternde Fazit zu ziehen: „Allerdings tötet diese Ordnung.“ Die Ordnung töte nicht nur die Artenvielfalt, sondern auch die Menschen. Seit mehreren Jahren gibt es in Europa mehr Hitzetote als Verkehrstote.<BR /><BR /><BR /><div class="img-embed"><embed id="1132647_image" /></div> <BR />Grundsätzlich haben vor allem die Bewohner in Ballungsräumen unter der Sommerhitze immer stärker zu leiden oder sie flüchten in die Berge, zu den Seen und in die Wälder. Dabei liegt die Lösung auf der Hand: Dem Grün in Siedlungsräumen wieder „mehr Wertschätzung“ entgegenbringen, wie es Amber vorschlägt. In seinem Referat zeigte er eine Vielzahl von Beispielen auf, wie das gelingen kann – die Bandbreite reichte von begrünten Fassaden über begrünte und wasserdurchlässige Parkflächen bis hin zur Renaissance von Alleen. <BR /><BR /><b>Große thematische Bandbreite</b><BR /><BR />Das Fachreferat von Conrad Amber bildete sozusagen den Startschuss der 7. Fachtagung für naturnahe Grünflächenpflege, die mehr als 220 angemeldete Teilnehmer aus den Bereichen Gartenbau, Landschaftspflege und Landwirtschaft gestern in den NOI Techpark von Bozen lockte. Es folgte eine Reihe von weiteren Vorträgen, die u.a. über Pflanzenpflege, die Messmethoden der Baumstabilität, das tiergerechte Habitat in Siedlungsräumen oder die Möglichkeiten von Bürgerbeteiligung bei städtischer Grünflächenbepflanzung informierten. <BR /><BR />Landesrat Luis Walcher hob die Bedeutung städtischer Vegetation für die Lebensqualität der Stadtbewohner hervor, Helga Salchegger, Leiterin des Fachbereichs Gartenbau am Versuchszentrum Laimburg und Mitorganisatorin der Tagung, betonte den Wert der Veranstaltung als Ort des Austauschs von Fachleuten und als Motor zukunftsfähiger Lösungen. Dass versiegelte Flächen, Beton, Asphalt und Blech nicht Teil dieser Lösung sind, ist mittlerweile eine Binsenweisheit. <BR /><BR /><b>3 Fragen an Conrad Amber</b><BR /><BR />Conrad Amber (69) aus Feldkirch ist Naturforscher und Entwickler von Grünprojekten.<BR /><BR /><b>Herr Amber, Sie haben in Ihrem Vortrag anhand vieler Beispiele gezeigt, wie man wieder mehr Grün in die Siedlungsräume bringen kann. Welche sind denn dabei die größten Probleme?</b><BR />Conrad Amber: Man muss das differenziert anschauen. Natürlich sind viele Städte ohne viel Grün gewachsen, aber die Dinge ändern sich nun. In vielen Städten haben wir Probleme mit dem Tiefbau, etwa Leitungen und Kanälen im Untergrund, oft gibt's auch Nachbarn, die keine Bäume wollen. Allerdings besagt die entsprechende Gesetzeslage in Europa, dass das Gemeinwohl gegenüber Einzelinteressen überwiegt. Somit kann die Gemeinde das Pflanzen von Bäumen rechtlich durchsetzen. <BR /><BR /><BR />Wir wissen von vielen Städten, in denen der Tourismus im Sommer abnimmt, weil sich die Besucher den Hitzestress nicht mehr antun. Oder ein Beispiel aus meiner Heimat in Feldkirch: Ein Bürokomplex mit 60 Büros erspart sich durch eine Grünfassade an die 40.000 Euro Stromkosten pro Jahr, weil man sich die energieintensiven Klimaanlagen sparen kann.