Mehr als 100 Probepunkte an Fließgewässern und neuen großen Seen geben Aufschluss über die Gewässerqualität – dabei sticht ein Sorgenkind heraus. <BR /><BR />Die Ergebnisse vorneweg: Bis auf ganz wenige Ausnahmen befinden sich Südtirols Seen und Flüsse in einem guten bis sehr gutem Zustand, was die biologische Gewässergüte betrifft. Hierbei werden Gewässer gemäß der Europäischen Wasserrahmenrichtlinie (WRRL) mithilfe von Bioindikatoren systematisch auf ihre ökologischen Eigenschaften untersucht, unterm Strich umfasst das Monitoring mehr als 100 Probepunkte an Fließgewässern und neun großen Seen.<BR /><BR /><BR /><div class="img-embed"><embed id="1312029_image" /></div> <BR /><BR /> „Über die langfristige Entwicklung bin ich sehr erfreut, denn im Großen und Ganzen kann man sicherlich von einer positiven Tendenz sprechen“, umreißt Renate Alber die Ergebnisse. Seit mehr als 30 Jahren untersucht sie die Gewässergüte am Biologischen Labor der Landesagentur für Umwelt und Klimaschutz, seitdem wurden viele Kläranlagen in Betrieb genommen, Schutzmaßnahmen umgesetzt und die Analysemethoden laufend verbessert. <BR /><BR />Eine zuverlässige Methode zur Feststellung der Gewässergüte sind Kleinstlebewesen in den Gewässern – im Fachjargon Makrozoobentos, Kieselalgen und andere mehr. Renate Alber erklärt: „Die wichtigsten Bioindikatoren sind kleine wirbellose Tiere, die am Gewässergrund leben, Kieselalgen und Wasserpflanzen wie beispielsweise die Armleuchteralge. Sie alle geben uns je nach Vorkommen und Artenvielfalt Erkenntnisse über die Gewässergüte. In stehenden Gewässern kommt das pflanzliche Plankton dazu. Von Seiten des Amtes für Wildtiermanagement werden auch noch die Fischpopulationen untersucht.“ <BR /><BR /><BR /><div class="img-embed"><embed id="1312032_image" /></div> <BR /><BR />Somit weisen alle untersuchten Seen eine gute bis sehr gute biologische Gewässergüte auf – mit Ausnahme des Kalterer Sees. Dort schlägt man sich nach wie vor mit dem Graskarpfen herum, einer nicht heimischen Fischart, die aufgrund ihrer Fressgewohnheiten das ökologische Gleichgewicht bedroht. Mit vereinten Kräften versuchen Wildtiermanagement und Fischereiverein dem Problem Herr zu werden. Genau dieses Problem hatte man bereits am Völser Weiher, ehe man im Jahr 2019 imstande war, sämtliche Graskarpfen zu entnehmen und Schritt für Schritt das Ökosystem zu stabilisieren.<BR /><BR /><BR /><div class="img-embed"><embed id="1312035_image" /></div> <BR />Obschon die Gewässer in Südtirol eine gute ökologische Qualität aufweisen, ist nicht alles Gold, was glänzt. „Manche Fließgewässer sind stark verbaut, außerdem müssen wir eine nachhaltige Nutzung der Wasserressourcen im Auge behalten“, mahnt Renate Alber. Von elementarer Bedeutung seien zudem intakte Ufer, die vor der Belastung mit zu vielen Nährstoffen sowie Pflanzenschutzmitteln schützen. <BR />Das ökologische Gleichgewicht ist mitunter schnell zerstört, die Wiederherstellung hingegen oft langwierig und schwierig. Das sollte man stets im Hinterkopf behalten.<BR /><BR /><b>Info:</b><BR />Entwicklungen, Ergebnisse und Messmethodik stellt Renate Alber in einem Vortrag im Naturmuseum Bozen am Mittwoch, 13. Mai, mit Beginn um 18 Uhr vor. Die Veranstaltung wird von Eurac Research und der Plattform Biodiversität Südtirol organisiert, sie wird auch im YouTube-Kanal des Museums übertragen.