<b>Wie hat sich die Arbeitsbelastung des Personals in den letzten Jahren verändert?</b><BR />Hubert Messner: Der deutliche Anstieg an Zugängen sowohl in der Notaufnahme als auch bei den fachärztlichen Visiten in allen Krankenhäusern ist natürlich eine Herausforderung. Mit Maßnahmen zur Stärkung der wohnortnahen Betreuung und dem geplanten Zuwachs beim Personal versuchen wir und der Sanitätsbetrieb, dem demografischen Wandel so gut wie möglich zu begegnen.<BR /><BR /><b>Gibt es saisonale Spitzen?</b><BR />Messner: Über das Jahr hinweg gibt es durchaus Schwankungen, die von Faktoren wie beispielsweise Grippe- oder Hitzewellen geprägt sind. Saisonale Schwankungen können demnach nicht an einzelnen Monaten festgemacht werden; in der Tendenz gibt es im Frühjahr etwas niedrigere und im Hochsommer höhere Zugänge.<BR /><BR /><b>Kommt es vor, dass Patienten in andere Krankenhäuser umgeleitet werden?</b><BR />Messner: Patienten, welche die Notaufnahme aufsuchen, werden in der Regel nicht in andere Krankenhäuser weitergeleitet – außer, es gibt medizinische Gründe dafür.<BR /><BR /><b>Rechnet das Gesundheitsressort angesichts des demografischen Wandels mit weiter steigenden Patientenzahlen?</b><BR />Messner: Wir rechnen aufgrund des demografischen Wandels mit einer ansteigenden Zahl an Patienten – nicht nur in der Notaufnahme, sondern auch generell bei Visiten und sonstigen Gesundheitsleistungen. Darauf bereiten wir das Gesundheitssystem mit verschiedenen Maßnahmen vor. Dazu zählt der Aufbau der Gemeinschaftshäuser und der Gemeinschaftskrankenhäuser sowie die Einführung der europäischen Gesundheitshotline 116 117. Auch allgemein bereiten wir uns mit gezielten organisatorischen Verbesserungen und Maßnahmen im Bereich des Personals vor. In den vergangenen zehn Jahren haben wir beispielsweise deutlich mehr Pflegekräfte eingestellt: Konkret haben wir beim Pflegepersonal einen Zuwachs von 17 Prozent seit 2015. <BR /><BR />Mit der Eröffnung der Gemeinschaftshäuser wollen wir die Betreuung, vor allem von chronischen Erkrankungen, aus dem Krankenhaus in Wohnortnähe verlagern, wodurch in den Krankenhäusern mehr Kapazitäten frei werden. Zudem werden in den Gemeinschaftshäusern Ambulatorien für nicht lebensbedrohliche Dringlichkeiten entstehen, welche rund um die Uhr geöffnet sein werden. Diese dienen als Rund-um-die-Uhr-Anlaufstelle für kleinere Gesundheitsanliegen. Dadurch können wir die Patientenströme besser verteilen und die Notaufnahmen entlasten.