<b>Als einziger Gegenkandidat haben Sie mit 77 Stimmen zu 35 die Wahl zum Bundesobmann klar gewonnen. Eine Überraschung?</b><BR /><BR />Christian Trafoier: Dass die Wahl so eindeutig ausfiel, ja, das hat mich schon überrascht. <BR /><BR /><b>Waren die Imker mit ihrem bisherigen „Chef“ nicht zufrieden?</b><BR />Trafoier: Ich weiß es nicht. Die Bundesversammlung wollte wohl eine Änderung haben. Es ist wie in einem Bienenstock: Wenn die Bienen nicht mehr einverstanden sind, weiseln sie um. So heißt das im Fachjargon.<BR /><BR /><embed id="dtext86-63806342_quote" /><BR /><BR /><b>Warum haben Sie sich entschlossen, zu kandidieren?</b><BR />Trafoier: Die Geschichte geht weit zurück. Ich habe die Imkerei 1980 durch meinen Schwiegervater kennengelernt, bin also schon lange dabei. Ich dachte mir, wenn sie jemanden für das Amt brauchen, dann stelle ich mich gerne zur Verfügung. <BR /><BR /><b>Welche Ziele haben Sie sich</b><b>für die nächsten 3 Jahre als Bundesobmann gesetzt? </b><BR />Trafoier: Ganz wichtig ist mir das Generationenthema. Wir haben sehr viele junge, aber auch ältere Imker im Imkerbund. Ich möchte die Generationen näher zusammenbringen und Generationentreffen organisieren, wo sie sich austauschen können. <BR /><BR /><embed id="dtext86-63806346_quote" /><BR /><BR /><b>Der Imkerbund hat also keine Nachwuchssorgen?</b><BR />Trafoier: Wir haben immer wieder Neuzugänge. Die Mitgliederzahlen steigen konstant. Mittlerweile zählen wir ungefähr 3600 Mitglieder. <BR /><BR /><b>Welche Herausforderungen erwarten Sie?</b><BR />Trafoier: Nach wie vor ist die Bürokratie ein großes Problem. Es betrifft weniger die Jugend, die in der digitalen Welt aufgewachsen ist und in diesem Bereich versierter ist. Für die älteren Mitglieder müssen wir aber eine Übergangszeit finden. Sie haben Schwierigkeiten, etwa bei telematischen Bestellungen oder bei Online-Videokonferenzen. Wir Imker, wir sind Praktiker und keine Theoretiker. Die Bürokratie hält uns auf. <BR /><BR /><embed id="dtext86-63806541_quote" /><BR /><BR /><b>Was möchten Sie dagegen unternehmen?</b><BR />Trafoier: Als Imkerbund möchten wir uns mehr einbringen und unsere Vorschläge der Verwaltung unterbreiten. <BR /><BR /><b>Die Lebensbedingungen für die Bienen werden immer schwieriger. Machen Sie sich Sorgen um die Erträge?</b><BR />Trafoier: Ja, gerade, bei Wetterbedingungen, wie jene von gestern. Regen bremst die Bienen aus. Das Honigjahr verzögert sich oder wird verkleinert. Der Klimawandel hingegen bereitet mir weniger Kopfzerbrechen. <BR /><BR /><b>Warum?</b><BR />Trafoier: Bei hohen Temperaturen wissen sich die Bienen selbst zu helfen. Sie sitzen vor dem Flugloch und steuern durch Ventilation die Stocktemperatur. Das ist die Klimaanlage des Bienenstocks. Die Bienen wissen sich zu organisieren, von ihnen können wir noch lernen.<BR /><BR /><embed id="dtext86-63806546_quote" /><BR /><BR /><b>Welche Tätigkeiten stehen beim Imkerbund 2024 auf dem Programm?</b><BR />Trafoier: Wir möchten eine Messe in Piacenza und den Imkerkongress in Luxemburg besuchen, ebenso wie Treffen mit unseren Kollegen aus Österreich und der Schweiz organisieren. Außerdem stehen Aussprachen mit dem tierärztlichen Dienst über die Faulbrut, mit dem neuen Bauernbundobmann Daniel Gasser und dem Landesrat für Urbanistik, Peter Brunner, an. <BR /><BR /><b>Bei der Jahreshauptversammlung hielt Arno Kronhofer ein Referat über „Marketing in der Imkerei“. Warum ist das Thema so wichtig?</b><BR />Trafoier: Wir müssen mehr für Honig sensibilisieren. Das liegt mir auch am Herzen. Wir müssen für die Bevölkerung einen Zugang schaffen. Und zwar nicht nur zur Imkerwelt, sondern auch zum natürlichsten Produkt, das es überhaupt gibt: Honig. Wir unterstützen deshalb auch den gesamtstaatlichen Imkerbund im Kampf gegen gepanschten Honig oder importierten Billighonig. <BR /><BR /><BR />