„Wenn du mir deine Jause nicht gibst, wirst du auf dem Heimweg etwas erleben!“: 60 Prozent der Schüler von der 4. Grund- bis zur 3. Mittelschule sind bereits einmal Opfer von Mobbing geworden. Dass das wache Auge der Schülerlotsen dort gefragt ist, wo jenes der Lehrer nicht mehr hinreicht, liegt auf der Hand. <BR /><BR />„Ihr seid das wache Auge, das unsere Kinder begleitet, wenn sie das Schulgebäude verlassen und die Obhut durch die Lehrpersonen endet“, brachte es Raffaele Rivola, der Landeskommandeur der Carabinieri, auf den Punkt. Durch ihre Anwesenheit haben die Schülerlotsen Gelegenheit, problematisches Verhalten zwischen Kindern und Jugendlichen (Mobbing), aber auch das Anlocken von Kindern durch fremde Personen oder problematisches Verhalten im Straßenverkehr schnell zu erkennen und eventuell einzuwirken oder die Ordnungshüter zu verständigen. <BR /><BR /><BR /><div class="img-embed"><embed id="1009349_image" /></div> <BR /><BR />Deshalb wurden die vielen Schülerlotsen, die überall in Bozen im Dienst sind, gestern in den Festsaal der Gemeinde geladen, wo die Carabinieri eine mehrstündige Schulung in Sachen Mobbing, „Codice rosso“ (geschlechtsspezifische Gewalt) und auch zu den verbreitetsten Betrugsmaschen abhielten.<BR /><BR /><BR /><BR />„Eine sehr gute Initiative“, findet Christian Mutschlechner, der täglich seinen Dienst am Don-Bosco-Platz verrichtet. „Ernste Probleme gibt es eigentlich nicht, doch es gibt Situationen, wo ich ermahnen muss“, berichtet Mutschlechner. Einige Jugendlichen würden darauf reagieren, andere jedoch ließen sich auch durch solche Interventionen nicht zur Vernunft bringen. <BR /><BR />Zahlreiche Geschichten erzählen könnte auch Paolo Semidoppio, der im Bereich Palermostraße/Mariaheimweg für einen sicheren Schul- und Heimweg sorgt. „Es gibt manchmal Probleme, ja, deshalb sind solche Informationsveranstaltungen gut und wichtig“, findet Paolo Semidoppio Ausgelernt habe man schließlich nie. <BR /><BR />Auch Giuseppina Volpe hat gestern an der Schulung teilgenommen und einige neue Informationen erhalten. „Auch wenn ich sagen muss, dass die Kinder und Jugendlichen insgesamt sehr diszipliniert sind“, schildert sie die Situation in der Runkelsteiner Straße, wo sie Dienst tut. <BR /><BR /><BR /><BR />Wer der „Chef“ auf dem Schulweg ist, wissen die Schüler in der Florenzstraße allzu gut: „Ich halte die Kinder schon im Zaum“, meint Luciana Sacchett mit einem Augenzwinkern. Sie ist bereits 3 Jahre Schülerlotsin und kann grundsätzlich nur positives über die Schüler berichten. „Zum Großteil sind sie sehr brav und wissen sich zu benehmen“, sagt sie. <BR /><BR />Carabinieri-Psychologe Oberst Alessandro Polato erklärte den Schülerlotsen ausführlich, wo Mobbing beginnt und wie Schülerlotsen einwirken können.<BR />