Samstag, 13. Mai 2017

Was ist Familie? Südtirol ist sich uneinig

In Zeiten, wo weniger oder später geheiratet wird oder die Kinder schon lang vor der Ehe kommen, ist die Vorstellung der Südtiroler von Familie immer noch sehr traditionell definiert. Das Landesinstitut für Statistik (Astat) hat nachgefragt, was genau Familie nun ist.

 Ist das eine Familie? So genau können das Herr und Frau Südtiroler nicht sagen.
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Ist das eine Familie? So genau können das Herr und Frau Südtiroler nicht sagen. - Foto: © shutterstock

Dass Ehepaare mit Kinder eine Familie sind, darüber sind sich die meisten Südtiroler einig. Aber bereits wenn der Trauschein fehlt, scheiden sich die Geister. 15 Prozent sind der Meinung, dass das keine Familie mehr ist. 30 Prozent sind gar der Meinung, dass ein Alleinerzieher mit Kind auch keine Familie sei. Beinahe 20 Prozent sind der Meinung, dass ein Ehepaar, das ein Pflegekind aufnimmt, auch keine Familie darstellt.

Familie: Ein zweischneidiges Schwert

95 Prozent der Südtiroler sind der Meinung, dass Kinder eine Bereicherung sind. Auch sind 91 Prozent der Meinung, dass Mutter und Vater sich um die Kinder kümmern sollten. Nur leben tut diese Meinungen wohl kaum einer: In 81 Prozent der Fälle bleibt die Frau zuhause, wenn ein Kind erkrankt. In 77 von 100 Fällen kocht die Mutter zuhause.

Papa nur für die Sonnenmomente des Lebens

Die Väter sind zumeist nur dann zur Stelle, wenn es Sympathiepunkte abzuholen gibt: beim Spielen und beim tiefe Gespräche führen.

Beinahe 2 Drittel der Frauen in Südtirol fühlen, dass ihre eigenen Bedürfnisse hinter denen ihrer Kinder anstehen müssen. 24 Prozent der Frauen haben ausgesagt, dass ihnen bei der Erziehung niemand hilft.

Der Tag der Familie ist der 15. Mai und fällt heuer auf den Tag nach dem Muttertag: Nach einem Tag der Ehrung und des Verwöhnens stehen die Mütter oft wieder allein unter der Traufe.

stol/wh

stol