Montag, 04. Januar 2021

Was kommt nach dem Lockdown? Italien berät über 2 Möglichkeiten

Die Regierung in Rom arbeitet an neuen Vorschriften für die Zeit nach den Feiertagen. Spätestens am Mittwoch soll eine neue Verordnung für eine einwöchige Übergangszeit bis zum 15. Jänner erlassen werden, vielleicht auch schon am Montagabend.

Wie geht es nach dem 6. Jänner weiter? Ministerpräsident Giuseppe Conte verhandelt derzeit die nächsten Schritte.
Wie geht es nach dem 6. Jänner weiter? Ministerpräsident Giuseppe Conte verhandelt derzeit die nächsten Schritte. - Foto: © ANSA / Riccardo Antimiani
Wie die italienische Nachrichtenagentur Ansa berichtet, wird in Rom derzeit über 2 Vorschläge für die Zeit nach dem 6. Jänner diskutiert:

Entweder wird das bestehende Dekret bis 15. Jänner verlängert, womit Italien an Werktagen orange und an Wochenenden rote Zone bleiben würde. In diesem Fall bliebe es weiterhin verboten, die Region zu verlassen, Restaurants und Bars dürften auch in der kommenden Woche nur Lieferservice oder Take Away anbieten.

Die zweite Möglichkeit sieht vor, Italien am 7. und 8. Jänner gelb und am Wochenende wieder orange einzustufen. In der kommenden Woche wolle man dann wieder das Ampelsystem einführen, womit jede Region aufgrund ihrer Infektionszahlen eingestuft wird.

Bis spätestens Mittwoch soll eine Entscheidung getroffen werden. Wie Ansa berichtet, sei es jedoch auch möglich, dass das neue (oder verlängerte) Dekret schon am Montagabend unterzeichnet wird.

Ampelsystem nach strengeren Parametern

Die Parameter, nach denen das Ampelsystem funktionieren soll, sollen strikter werden.

So soll eine Region mit Reproduktionswert 1 als orange eingestuft werden, bisher galt dafür ein R von 1,25. Bei einem R von 1,25 (und nicht mehr von 1,5) wird eine Region als rot bewertet, was zu einem Lockdown führt. Mindestens 3 Regionen – Kalabrien, Ligurien und Venetien – droht aufgrund der aktuellen Infektionszahlen die Gefahr, sofort als orange eingestuft zu werden.

Die meisten Regionenpräsidenten seien für die Beibehaltung strengerer Maßnahmen, so lange diese nicht wöchentlich verändert würden und die finanzielle Unterstützung gesichert sei.

Entscheidung über Oberschulen noch ausständig

Für Donnerstag oder Freitag wird der neue Infektions-Bericht der obersten Gesundheitsbehörde erwartet.

Während Grund- und Mittelschulen am 7. Jänner wieder im Präsenzunterricht starten, ist das Schicksal der Oberschulen noch nicht besiegelt. Ministerpräsident Giuseppe Conte hatte eine 50-prozentige Rückkehr in den Präsenzunterricht vorgeschlagen.

Mehrere Regionen hatten jedoch angekündigt, den Infektions-Bericht abwarten zu wollen, ehe sie die Oberschulen wieder öffnen.

Am Sonntag wurde in Italien die Schwelle von 75.000 Todesopfern in Zusammenhang mit Corona überschritten.





stol/apa