5.000 Lkw-Ladungen voller Schlamm, Geröll und Gestein: So viel Material hat die Mure Anfang August im Tschamintal in Tiers mitgerissen. Rund 20.000 Kubikmeter davon, umgerechnet etwa 2.000 Lkw-Ladungen, landeten im Rückhaltebecken der Wildbachverbauung. Eine ähnliche Menge ging auch in Trafoi und dem Innerfeldtal in Sexten ab. Beim Weißplatterbach zwischen Labers und Freiberg bei Meran waren es rund 25.000 Kubikmeter – etwa 2.500 Lkw-Ladungen.<BR /><BR />Was nach solch gewaltigen Abgängen mit dem Material passiert, hängt vor allem von seiner Zusammensetzung ab. „Ist das Material sehr schlammig, ist es für eine Wiederverwertung als Baustoff nur eingeschränkt geeignet. Weißer Schotter hingegen ist deutlich besser“, erklärt der Amtsdirektor für Wildbach- und Lawinenverbauung Süd, Thomas Thaler. <BR /><BR />Schlammiges Material werde vor allem für das Auffüllen von Wiesen und Wegen eingesetzt. Gröberer, sauberer Schotter eignet sich hingegen auch für den Straßen- und Wegebau, als Unterbau oder entsprechend aufbereitet auch als Bestandteil bei der Betonherstellung. Auch beim Ablageort kommt es auf die jeweiligen Voraussetzungen an. „Gibt es eine entsprechende Genehmigung, kann das Material in der Nähe abgeladen werden“, sagt Thaler. Ist das nicht möglich oder wird der Schotter anderweitig benötigt, übernehmen Dienstleister den Abtransport. Unternehmen können das Material anschließend für unterschiedliche Zwecke weiterverwenden.<h3> Rückhaltebecken zuerst freiräumen</h3>Für die Einsatzkräfte zählt zunächst aber vor allem eines: Platz schaffen. „Das Wichtigste ist, die Rückhaltebecken so schnell wie möglich freizuräumen, damit sie wieder ihre Schutzfunktion erfüllen können“, erklärt Philipp Walder, Amtsdirektor der Wildbachverbauung Nord. Besonders aufwendig kann die Räumung werden, wenn neben Schlamm und Geröll auch Holz mitgerissen wurde. Dann müsse von Fall zu Fall entschieden werden, was damit passiert. Je nach Zustand werde es wiederverwendet, zwischengelagert oder entsorgt.<BR /><BR />Auch im Westen des Landes wird bei dringenden Räumungen nach Möglichkeit gemeinsam mit den Gemeinden ein geeigneter Ablageplatz in der Nähe festgelegt. „Grundlage dafür sind die im Protokoll der Sofortmaßnahmen vorgesehenen Abläufe“, erklärt Peter Egger, Amtsdirektor der Wildbachverbauung West. Kann das Material nicht vor Ort verwendet werden, wird es über Ausschreibungen an Firmen vergeben, die es abtransportieren und weiterverwerten.<BR /><BR />Auf Hochtouren laufen auch die Aufräumarbeiten im Innerfeldtal in den Sextner Dolomiten ( <a href="https://www.stol.it/artikel/chronik/riesenmure-nahe-der-dreischusterhuette-wie-ist-die-situation-im-innerfeldtal" target="_blank" class="external-link-new-window" title="">STOL hat berichtet</a>). Da der Abtransport des Materials jedoch teuer ist, werden hier wohl einige Spuren des 15 Meter hohen Geröll-Berges zurückbleiben.