Im Oktober des Vorjahres wurde Südtirol von der 2. Welle getroffen: Läuft es in diesem Jahr später, aber nicht viel besser?<BR /><BR /><BR /><BR />„Covid-19 nimmt Fahrt auf“: Der Titel des Corona-Berichts in der „Dolomiten“-Ausgabe vom 15. Oktober 2020 hätte damals nicht treffender sein können. Und heuer auch, nur rund 3 Wochen später. <BR /><BR />Mitte Oktober vergangenen Jahres überschritt der Inzidenzwert in Südtirol die 100er-Schwelle, die Patientenzahl kletterte innerhalb von 10 Tagen von 60 auf über 100 und das Virus forderte nach der „Sommerpause“ wieder Todesopfer. <BR /><BR />Letztere traurige Zahl stieg heuer hingegen konstant, im Gegensatz zum Vorjahr zählt man hierzulande keinen einzigen Kalendermonat ohne Corona-Tote. Auch die Infektionszahlen waren insgesamt höher, was aber auch auf die höhere Testrate zurückzuführen ist. <BR /><BR /><b>Starker Anstieg</b><BR /><BR /><BR />Darüber hinaus war die Lage in den Krankenhäusern trotz höherer Infektionszahlen heuer unter Kontrolle. Nun benötigen aber 62 Infizierte eine medizinische Behandlung, die 7-Tage-Inzidenz ist mit 172 Fällen je 100.000 Einwohner fast doppelt so hoch wie noch vor 2 Wochen, und in den letzten 7 Tagen sind 7 Menschen an bzw. mit Covid-19 gestorben. <BR /><BR />Mit Ausnahme der Todesopfer ist die jetzige Lage folglich mit jener vom 14. Oktober 2020 vergleichbar. Damals war die Wocheninzidenz sogar niedriger, war aber innerhalb von knapp einer Woche auf das Doppelte gestiegen. Ein weiterer wichtiger Unterschied ist die Patientenzahl: Während sie jetzt fast doppelt so hoch ist wie noch vor 2 Wochen, verdreifachte sie sich im selben Zeitraum vor einem Jahr – nur früher.<BR /><BR /><div class="img-embed"><embed id="703922_image" /></div> <BR /><BR />Aus dem Vergleich könnte man den Schluss ziehen, dass die Impfung das Virus in zweierlei Hinsicht verlangsamt hat: Einerseits ist der Druck auf die Sanität heuer zu einem späteren Zeitpunkt als vor einem Jahr gewachsen, andererseits steigt er nicht mehr so sprunghaft an.<BR /><BR /> Tatsache ist: Die Zahlen steigen, und zwar stärker als im restlichen Staatsgebiet. Bestätigt wird dies auch von der Stiftung Gimbe, die im gestern veröffentlichten wöchentlichen Corona-Bericht die italienweit höchste Zahl an aktiven Corona-Fällen auf 100.000 Einwohner, die höchste Inzidenz und die höchste Zahl an belegten CoV-Normalbetten in Südtirol verortet. Die zweithöchsten Werte weist Kalabrien auf, jene Region, die auch die zweitniedrigste Impfquote Italiens hat – nach Südtirol.<BR />