Montag, 24. Oktober 2016

Was steckt hinter den Lawinen im Oktober?

Es ist Ende Oktober und bereits mehrere Südtiroler wurden in Lawinenabgänge verwickelt. Die Lawine am Hochferner endete gar tödlich. Was steckt hinter diesen Abgängen? Der Lawinenwarndienst klärt auf.

Der Winter hat noch gar nicht richtig begonnen und schon lösen sich Lawinen. Verantwortlich dafür sind vor allem Schneefälle Anfang Oktober.
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Der Winter hat noch gar nicht richtig begonnen und schon lösen sich Lawinen. Verantwortlich dafür sind vor allem Schneefälle Anfang Oktober. - Foto: © shutterstock

Die Lawine am Monte Cristallo endete für alle Beteiligten glimpflich (STOL hat berichtet), der Abgang am Hochferner forderte Todesopfer (STOL hat berichtet). Mehrere Südtiroler sind in dieser jungen Alpinsaison bereits in Lawinenabgänge verwickelt worden. Für Thomas Lun und Peter Vigl kam jede Hilfe zu spät, nach Ulrich Seebacher und Andreas Zöggeler wird derzeit noch gesucht (hier der aktuelle Bericht).

„Die Lawinenunfälle in den vergangenen zehn Tagen haben gezeigt, dass im Hochgebirge und dort vor allem an nordexponierten Hängen mit steilen Gletschern bereits Lawinengefahr besteht“, schreibt der Lawinenwarndienst in seiner aktuellen Mitteilung. Verantwortlich dafür seien Schneefälle, durch die sich seit Anfang Oktober stellenweise schwach verfestigte Schneeschichten ausgebildet hätten. „Diese Schichtung kann mit einer winterlichen Schneedecke mit geringer Mächtigkeit verglichen werden. Der starke Wind hat zudem harte Schneebretter geformt, die auf Reif oder einer Kruste lagern, die aufgrund der milden Verhältnisse in den Vortagen gebildet wurde.“

Eine weitere mögliche Schwachschicht sei der Firn, der noch vom vergangenen Winter auf den Gletschern liege. „Ein einzelner Bergsteiger übt eine große Zusatzbelastung auf die Schneedecke aus und auch eine kleine Lawine kann im steilen Gelände zu Abstürzen über felsig durchsetztes Gelände oder in Gletscherspalten führen und deshalb eine große Gefahr darstellen.“

stol