„Dank des Modells lebt die Taube artgerecht und gesund, der Mensch wird nicht mehr von ihr gestört“, resümiert Tierschützer Harald Wenter.<BR /><BR />Dass sich die Stadttaube ausschließlich im Siedlungsgebiet aufhält, ist dem Menschen selbst zu verschulden. „In früheren Zeiten wurde sie als Haustier gehalten, nicht zuletzt wegen ihres ausgeprägten Orientierungssinns – als sie nicht mehr gebraucht wurde, hat man sie ausgewildert“, so Harald Wenter. „Da ihr eine aktive Futtersuche zuchtbedingt nicht möglich ist, hält sie sich auch heute noch in Menschennähe auf.“ <BR /><BR />Während andere Taubenarten sich von Blättern, Samen, Früchten oder Insekten ernähren, ist die Stadttaube auf menschliche Essensabfälle wie Brot angewiesen, was bei den Tieren häufig zu Krankheit führt. „Das Tier lebt unter miserablen Bedingungen. Abgesehen vom Essen lauern im urbanen Gebiet noch ganz andere Gefahren auf die Taube“, betont Wenter.<BR /><BR />Doch unabhängig von ihrem Gesundheitszustand brütet die Stadttaube bis zu sechs Mal im Jahr – ihre Population steigt, zunehmend auch auf dem Land. Um die „Plage“ in den Griff zu bekommen, werde zu Vergrämungsmaßnahmen gegriffen, die das Problem höchstens verlagern, wie der Experte berichtet. <BR /><BR />„Ich denke an Netze oder Stachelleisten, die häufig zur Todesfalle für Tauben und andere Vögel werden“, so Wenter. Auch Maßnahmen wie die sogenannte Taubenpille seien kritisch zu hinterfragen und aus tierrechtlicher Sicht negativ zu bewerten, da bei den Tieren erhebliche Nebenwirkungen auftreten könnten.<h3> Modell vielerorts bereits Standard</h3>Laut dem Experten müsste eine andere Lösung her: das Augsburger Modell. „Bereits vor 30 Jahren wurden in der Stadt Augsburg Taubenschläge errichtet, wo die Vögel artgerechtes Futter, sichere Rückzugsorte und Brutplätze vorfinden“, informiert Wenter. <BR /><BR />Dies sei nicht nur zugunsten der Taube: „Die Stadttaube hält sich größtenteils an diesen Orten auf, nicht mehr im Stadtzentrum und somit in unmittelbarer Menschennähe“, erwähnt Wenter. „Die Population wird reduziert, indem die Eier der Tauben ganz einfach mit Gipsattrappen ausgetauscht werden.“ Laut Wenter haben viele andere deutsche Städte das Konzept aus Augsburg übernommen.<BR /><BR /><BR /><div class="img-embed"><embed id="1259883_image" /></div> <BR />Auch in Südtirol hat das Konzept bereits Anklang gefunden: in Lana. „Die Gemeinde hat drei moderne Taubenschläge errichtet“, berichtet Wenter. Er hoffe, dass das Modell auch in allen weiteren Städten und Gemeinden eingeführt wird, die eine große Taubenpopulation verzeichnen.<BR /><BR />„Schließlich hat sich das Modell in Augsburg als erfolgreiche und tierschutzgerechte Lösung bewährt. Auch in Südtirol lassen sich klare Erfolge erkennen.“ Laut Wenter bietet das Modell Vorteile sowohl für den Menschen als auch für das Tier: „Die Taube lebt endlich artgerecht und gesund. Der Mensch wird nicht mehr von ihr gestört.“<h3> So wird der Taubenschlag in Lana erhalten und finanziert: 3 Fragen an Ernst Winkler, Leiter des Taubenschlags</h3><b>Wann wurden die Taubenschläge in Lana errichtet?</b><BR /><KeinAbsatz></KeinAbsatz>Ernst Winkler: Im Jahr 2023.<BR /><BR /><b>Wie hat sich das Projekt bewährt?</b><BR />Winkler: Mittlerweile leben dort knapp 80 Tauben. Die Tiere halten sich fast ausschließlich im vorgesehenen Bereich auf. Wir konnten seit 2024 insgesamt 920 gelegte Eier mit Attrappen austauschen – ohne diese Maßnahme wäre die Taubenpopulation in Lana wohl um ein Drittel höher.<BR /><BR /><b>Wie hat man die Tauben dorthin umgesiedelt?</b><BR />Winkler: Der Taubenschlag ist an einem Ort errichtet worden, wo sich bereits zahlreiche Tauben aufgehalten haben. Diese lockten dann von allein weitere Tauben an. Anderorts haben wir auch Vergrämungsmaßnahmen ergriffen – aber ohne den Tieren zu schaden. <BR /><b><BR />Wer erledigt die Arbeit, wie wird sie finanziert?</b><BR />Winkler: Wir haben einen eigenen Verein gegründet. Dieser besteht aus elf ehrenamtlichen Mitgliedern. Der Taubenschlag selbst wurde mittels Zuschüssen der Gemeinde und Spendengeldern finanziert.<BR /><BR /> <a href="https://www.stol.it/artikel/chronik/ein-taubenschlag-fuer-meran" target="_blank" class="external-link-new-window" title="">Hier erfahren Sie mehr zum geplanten Taubenschlag in Meran.</a>