Geplant ist ein Vinzihaus der Solidarität mit leistbaren Wohnungen und weiteren Angeboten nach dem Brixner Modell. Interesse an einem Eigentum oder Miteigentum bekundete auch die Gemeinde. <BR /><BR />Das Vinzihaus der Solidarität in Kaltern ist für einkommensschwache Familien und Einzelpersonen gedacht, die im Raum Kaltern und Überetsch leben oder arbeiten und keinen leistbaren Wohnraum finden. Vorgesehen sind rund 20 autonome Wohnungen für bis zu 34 Menschen. Im Kloster sollen außerdem eine Vinzi-Tafel und eine Kleiderkammer Platz finden sowie Räume für Begegnung. Für Vereine und Initiativen der Kalterer Dorfbevölkerung sind Gemeinschaftsräume geplant.<h3> Kloster soll auch künftig den Menschen dienen</h3>„Unser Wunsch war von Anfang an, dass das Kloster auch künftig den Menschen dient. Es soll ein Ort bleiben, an dem soziale Verantwortung gelebt wird und der den Bedürfnissen unserer Zeit gerecht wird“, sagte Sr. Klara Rieder, Provinzoberin der Tertiarschwestern. Die Klosterkirche, die Gedenkstätte der Maria von Mörl und die besondere Bedeutung des Ortes werden bei der Sanierung berücksichtigt. Dieses gemeinsame Verständnis habe die Einigung zwischen Tertiarschwestern und Vinzenzgemeinschaft beim Abschluss des Kaufvorvertrags erleichtert.<BR /><BR />Die Vinzenzgemeinschaft Südtirol zählt über 800 Ehrenamtliche. Ihr Auftrag ist es, Menschen in schwierigen Lebenssituationen zu unterstützen. Dazu gehören materielle und finanzielle Hilfen ebenso wie persönliche Begleitung, Begegnung und gesellschaftliche Teilhabe. Das zentral gelegene Tertiarkloster in Kaltern bietet nach Ansicht der Vinzenzgemeinschaft die Möglichkeit, diese Tätigkeiten an einem Ort zusammenzuführen. <BR /><BR />„Ziel unseres vollständig ausgearbeiteten Konzepts ist ein Vinzihaus der Solidarität, das leistbaren Wohnraum und konkrete Unterstützung bietet“, betonte Heinrich Erhard, Zentralratspräsident der Südtiroler Vinzenzgemeinschaft. <h3> Vinzenzgemeinschaft strebt Alleineigentum an</h3>Die Gemeinde Kaltern hat ebenfalls Interesse am Erwerb des Klosters bekundet. Bürgermeister Christoph Pillon erklärte beim Treffen, dass die Gemeinde am Eigentum oder Miteigentum an den Gebäuden interessiert sei, um bei der künftigen sozialen Nutzung des Areals mitentscheiden zu können. <BR /><BR />Die Vinzenzgemeinschaft strebt das Alleineigentum am gesamten Klosterareal an. Damit möchte sie gewährleisten, dass das Vinzihaus der Solidarität dauerhaft seinem sozialen Auftrag verpflichtet bleibt. Gleichzeitig ist sie zu fairen Vereinbarungen mit der Gemeinde bereit. Einigkeit besteht darüber, dass das Klosterareal für soziale Zwecke und Mietwohnungen genutzt werden soll. Offen blieb, wie und mit welcher Organisation das soziale Vorhaben umgesetzt werden soll.<BR /><BR />Laut Konzept übernimmt die Vinzenzgemeinschaft den Kauf und die Sanierung des Klosters. Die Führung der Wohneinrichtung übernimmt das Haus der Solidarität. Die Brixner Sozialgenossenschaft betreibt seit fast 25 Jahren eine vergleichbare Einrichtung in Milland, in der rund 50 Menschen leben. Familien und Einzelpersonen finden dort Wohnraum und bei Bedarf Begleitung. Das Haus kommt ohne laufende öffentliche Beiträge aus und finanziert sich vor allem durch Beiträge der Bewohner und durch Spenden.<h3>Arbeitenden Menschen Wohnraum bieten </h3>„Gemeinsam mit der Vinzenzgemeinschaft wollen wir das Kloster – in enger Abstimmung mit der Gemeinde – zu einem Ort weiterentwickeln, der den arbeitenden Menschen von Kaltern und Umgebung Wohnraum gibt und langfristig gut funktioniert“, erklärte Andreas Penn vom Haus der Solidarität. Die Vinzenzgemeinschaft und das Haus der Solidarität verfügten über bewährte Strukturen und könnten ehrenamtliches Engagement aktivieren. Der Gemeinde Kaltern würden keine Kosten entstehen.<BR /><BR />Der Vinzenzgemeinschaft geht es um die langfristige, verantwortungsvolle Nutzung des denkmalgeschützten Gebäudes. Die Vertreter der Gemeinde Kaltern seien eingeladen, das Haus der Solidarität in Brixen zu besuchen und die Arbeit vor Ort kennenzulernen.