Ein Drittel des Wasserverbrauchs in Europa geht auf die Landwirtschaft zurück, weshalb die EU auch sie zur Kasse bat. Das Land erließ dazu 2019 das Europagesetz; 2022 wurden die Wassergebühren festgelegt. Mit 2023 flattern Landwirten Zahlungsaufforderungen ins Haus.<BR /><BR />Wie der Landtagsabgeordnete Andreas Leiter Reber mittels Anfrage erfuhr, erhielten 5582 Bauern eine Rechnung für eine oder mehrere Konzessionen. 120 waren in Bearbeitung, sodass es rund 5700 gewesen sein dürften.<h3> Zu 80 Prozent zahlen die Bauern</h3>1,582 Mio. Euro wurden vom Land eingefordert; im Schnitt 60 bis 70 Euro pro Hektar. Doch es zahlen nicht alle: Für Lagen ab 1060 Metern gibt es eine Befreiung von der Zahlung. „Eingeführt auf Druck bäuerlicher SVP-Mandatare“, sagt Leiter Reber. „Dabei würde laut Art. 9 des Europagesetzes ganz Südtirol die Auflagen erfüllen, als Berggebiet eingestuft und die Landwirtschaft vom Wasserzins befreit zu werden“, so der Abgeordnete.<BR /><BR /><div class="img-embed"><embed id="1080126_image" /></div> <BR />Seine Anfrage fördert deutlich zu Tage, wer die Brieftasche öffnen muss: „Zu über 80 Prozent sind es Bauern in Gemeinden, in denen Obst- und Weinbau betrieben wird“, so Leiter Reber. Angeführt wird die Liste (siehe Grafik) von Kaltern (729 Konzessionen). Es folgen Tramin (548), Lana (547), Bozen (502), Eppan (460), Kurtatsch (434) und Terlan (408). „Obst- und Weinbauern löhnen am meisten, erhalten aber am wenigsten für Investitionen in sparsame Bewässerungssysteme“, sagt Leiter Reber.<BR /><BR /> <div class="embed-box"><div class="container-wrapper-genially" style="position: relative; min-height: 400px; max-width: 100%;"><img src=" https://img.genial.ly/5fd380c29270490f70f47a03/f30fb79b-ab39-43a4-b16e-6acb3b0565c8.jpeg" class="loader-genially" style="position: absolute; top: 0; right: 0; bottom: 0; left: 0; margin-top: auto; margin-right: auto; margin-bottom: auto; margin-left: auto; z-index: 1;width: 80px; height: 80px;"/><div id="66feb2921d08b53c6e2cdeec" class="genially-embed" style="margin: 0px auto; position: relative; height: auto; width: 100%;"></div></div><script>(function (d) { var js, id = "genially-embed-js", ref = d.getElementsByTagName("script")[0]; if (d.getElementById(id)) { return; } js = d.createElement("script"); js.id = id; js.async = true; js.src = " https://view.genially.com/static/embed/embed.js"; ref.parentNode.insertBefore(js, ref); }(document));</script></div> <h3> Konter von Flavio Ruffini</h3>Flavio Ruffini von der Umweltagentur hält dagegen. Die 1,6 Mio. Euro der Bauern fließen mit anderen Abgaben (z.B. für industrielle Wassernutzung) in einen Topf. Die Hälfte davon käme wieder der Landwirtschaft zugute, etwa für strategische Studien, Wasserspeicher. „Aber auch gemeinschaftliche Waschanlagen für Sprühgeräte“, so Ressortchef Martin Pazeller.<BR /><BR />„Mag sein, aber der Bauer sieht nichts davon“, kontert Leiter Reber. Die Fördersätze für Oberkronenbewässerung im Grünland seien mit 55 Prozent mehr als doppelt so hoch wie für Tropfbewässerung im Obst- und Weinbau. Für das betriebliche Netz gebe es im Grünland 50 Prozent Zuschuss. „Im Obst- und Weinbau Null“, sagt er.<BR /><BR /><h3> Landesrat Walcher: „Talbauern erhalten seit Jahren kaum mehr etwas“</h3>Landesrat Luis Walcher will sich zur Anfrage nicht äußern. „Anders als die Leute meinen, ist es aber ein Fakt, dass Talbauern seit Jahren kaum mehr etwas erhalten“, so Walcher. Für mehr reiche das Geld nicht. „Es kommt immer aus dem gleichen Topf und wir müssen viel ins ländliche Wegenetz stecken, das in schlechtem Zustand ist“, so Walcher.