„Der diesjährige Welternährungstag steht unter dem Motto ‚Wasser ist Leben. Wasser ist Nahrung‘. Damit möchten die Vereinten Nationen darauf aufmerksam machen, dass Wasser eine endliche Ressource ist, und dass man achtsamer damit umgehen sollte“, erklärt Silke Raffeiner.<BR /><BR /> „Wenn die Prognosen stimmen, und wir in einigen Jahrzehnten keine Gletscher mehr in Südtirol haben werden, werden wir vor allem im Sommer ein Problem haben.“ Das betrifft insbesondere die Landwirtschaft, die den höchsten Wasserverbrauch aufweist. <BR /><BR /><embed id="dtext86-61750949_quote" /><BR /><BR /> „Der menschliche Körper besteht größtenteils aus Wasser und er hat einen Wasserhaushalt“, erklärt die Expertin. Wasser werde durch Urin und Stuhlgang, aber auch über Hautporen und die Atemluft ausgeschieden. „Die Verluste des Körpers werden durch Getränke und Lebensmittel wieder ausgeglichen.“<h3> Der „versteckte“ Wasserverbrauch</h3>Aber Wasser nimmt der Mensch täglich nicht nur direkt zu sich, sondern nutzt es auch indirekt: „Wenn wir duschen, Geschirr abspülen oder unsere Pflanzen gießen, verbrauchen wir Wasser. Dafür haben wir ein Gefühl. Was wir oft aber nicht berücksichtigen, ist das Wasser, das für die Herstellung von Produkten benötigt wird, die wir konsumieren“, berichtet Silke Raffeiner. Man spreche dann vom virtuellen Wasser oder „verstecktem Wasserverbrauch“. „Das bezieht sich auf Lebensmittel, aber auch auf andere Produkte, wie etwa Kleidung. So benötigt man für eine Jeans 11.000 Liter Wasser“, weiß Raffeiner. <BR /><BR /> <div class="embed-box"><div class="container-wrapper-genially" style="position: relative; min-height: 400px; max-width: 100%;"><img src="https://img.genial.ly/5fd380c29270490f70f47a03/f30fb79b-ab39-43a4-b16e-6acb3b0565c8.jpeg" class="loader-genially" style="position: absolute; top: 0; right: 0; bottom: 0; left: 0; margin-top: auto; margin-right: auto; margin-bottom: auto; margin-left: auto; z-index: 1;width: 80px; height: 80px;"/><div id="652d1988e672380012f84891" class="genially-embed" style="margin: 0px auto; position: relative; height: auto; width: 100%;"></div></div><script>(function (d) { var js, id = "genially-embed-js", ref = d.getElementsByTagName("script")[0]; if (d.getElementById(id)) { return; } js = d.createElement("script"); js.id = id; js.async = true; js.src = "https://view.genial.ly/static/embed/embed.js"; ref.parentNode.insertBefore(js, ref); }(document));</script></div> <BR /><BR />Ein weiteres Beispiel: Wenn man zum Frühstück etwa 125 ml Kaffee trinkt und dazu einen Apfel und ein Ei isst, verbraucht man insgesamt 410 Liter Wasser (siehe Infografik). <BR /><BR /><embed id="dtext86-61755023_quote" /><BR /><BR /> „Die VZS möchte dafür sensibilisieren, dass man mit dem Kauf von importierten Produkten die Wasserressourcen in anderen Teilen der Welt beansprucht“, erläutert die Ernährungsexpertin. Als Beispiel nennt sie die exotische Frucht Avocado. Avocados seien hierzulande immer beliebter. „Sie werden hauptsächlich in Mexiko und Peru angebaut. Das sind trockene Gebiete. Der Anbau ist deshalb ökologisch belastender.“ Dasselbe könne man auch bei Mandeln aus Kalifornien beobachten, die für den Weltmarkt angebaut werden. Dort würden die Grundwasservorräte sinken. <BR /><BR />Aber man muss gar nicht erst auf die andere Seite des Atlantiks schauen. „Spanien ist auch ein Land mit immer mehr Trockenperioden. Müssen wir deshalb im Januar Erdbeeren aus Spanien kaufen?“, fragt sich Raffeiner. Sie plädiert dafür, auf saisonale Produkte zu setzen, die der Jahreszeit entsprechen. Es sei nicht notwendig, so viel zu importieren. <h3> Auf pflanzenbasierte Ernährung setzen</h3>Die Konsumenten und Konsumentinnen allein entscheiden letztlich aber nicht über das Sortiment im örtlichen Geschäft. „Der Handel trägt auch eine Verantwortung“, bestätigt Silke Raffeiner. Wobei diese dann wieder darauf abgeschoben werde, dass die Verbraucher und Verbraucherinnen bestimmte Produkte nachfragen. „Sich bewusst ernähren, bedeutet mehrheitlich pflanzenbasiert essen“, stellt Silke Raffeiner klar. Die erste Wahl dafür seien Obst, Gemüse, Getreide, Hülsenfrüchte, Öle und Nüsse. <BR /><BR />Tierische Produkte verbrauchen viel mehr Wasser als Pflanzenprodukte. In den reichen Ländern werden sie in zu hohen Mengen konsumiert. „Die deutsche Gesellschaft für Ernährung empfiehlt maximal 3 Mal in der Woche Fleisch zu konsumieren, maximal 300 bis 600 Gramm pro Woche.“ Eine bewusste Ernährung wirkt sich nicht nur positiv auf die Umwelt und somit auf die wertvolle Ressource Wasser aus, sondern auch auf die Gesundheit. „Man beugt damit z. B. Übergewicht oder Krebs vor“, weiß Raffeiner. <BR /><BR /><b>Wie setzt sich virtuelles Wasser zusammen?</b><BR /><BR /> <div class="embed-box"><div class="container-wrapper-genially" style="position: relative; min-height: 400px; max-width: 100%;"><img src="https://img.genial.ly/5fd380c29270490f70f47a03/f30fb79b-ab39-43a4-b16e-6acb3b0565c8.jpeg" class="loader-genially" style="position: absolute; top: 0; right: 0; bottom: 0; left: 0; margin-top: auto; margin-right: auto; margin-bottom: auto; margin-left: auto; z-index: 1;width: 80px; height: 80px;"/><div id="652d1ad2086b5900116a0003" class="genially-embed" style="margin: 0px auto; position: relative; height: auto; width: 100%;"></div></div><script>(function (d) { var js, id = "genially-embed-js", ref = d.getElementsByTagName("script")[0]; if (d.getElementById(id)) { return; } js = d.createElement("script"); js.id = id; js.async = true; js.src = "https://view.genial.ly/static/embed/embed.js"; ref.parentNode.insertBefore(js, ref); }(document));</script></div> <BR /><BR />Jedes Produkt hat einen Wasserfußabdruck, da es für seine Herstellung Wasser beansprucht. Das kann Regenwasser sein, Wasser aus Seen und Flüssen oder Grundwasser. Außerdem kann bei der Herstellung von Produkten auch Wasser verschmutzt werden. „Das virtuelle Wasser kann man also in 3 verschiedene Arten unterteilen“, sagt Ernährungsexpertin Silke Raffeiner. Und zwar in grünes, blaues und graues Wasser (siehe Grafik). Am Beispiel von Tomaten wird ersichtlich, wie die Produktion Wasser auf mehrere Weisen beansprucht: Die Tomaten werden im Garten gezogen. Sie benötigen dafür Gießwasser (blaues Wasser) und nehmen – falls es im Sommer regnet – Regenwasser auf (grünes Wasser). Die Pflanzen werden allerdings auch ein wenig gedüngt und man setzt ein Spritzmittel ein. Dadurch wird das Wasser verschmutzt (graues Wasser). <BR /><BR /><b>Tipps: So spart man Wasser</b><BR />