Montag, 05. Februar 2018

Wasserkrise in Kapstadt: „Stunde Null“ droht erst einen Monat später

Durchatmen in Südafrikas Touristenmetropole: Die Abschaltung der Wasserversorgung droht Kapstadt nun erst am 11. Mai, knapp einen Monat später als bisher prognostiziert. Die Verschiebung der gefürchteten „Stunde Null“ wurde wegen geringeren Wasserverbrauchs der Landwirtschaft möglich, wie die Stadtverwaltung am Montag erklärte.

Bürger dürfen nicht mehr als 50 Liter Frischwasser pro Tag verwenden.
Bürger dürfen nicht mehr als 50 Liter Frischwasser pro Tag verwenden. - Foto: © APA/EPA

Bürger dürften aber weiterhin nicht mehr als 50 Liter Frischwasser pro Tag verwenden – das muss fürs Trinken, Duschen, Putzen, Kochen und Klospülen reichen. In Deutschland liegt der Verbrauch bei mehr als 120 Litern pro Person und Tag.

Kapstadts Trinkwasserreservoire sind in Folge einer mehrjährigen Dürre fast leer. Sollte es zur „Stunde Null“ kommen, würde die Wasserversorgung eingestellt. Dann bekämen die rund 4,5 Millionen Einwohner pro Tag je nur noch 25 Liter, die sie sich an 200 Verteilzentren unter Aufsicht von Militär und Polizei abholen müssten.

25 Liter gelten international als Mindestmaß für Hygiene und Gesundheit. Die Stadt geht davon aus, die „Stunde Null“ vermeiden zu können, wenn der tägliche Wasserverbrauch auf 450 Millionen Liter pro Tag fällt. Derzeit liegt er aber noch bei 550 Millionen Litern.

Bürger sollen nicht länger als 2 Minuten duschen 

Die Stadt hat seit Februar auch die Wassertarife vervielfacht, um jene zu bestrafen, die nicht genügend Wasser sparen. Die Verwaltung empfiehlt den Bürgen zum Beispiel, höchstens 2 Minuten zu duschen. Für die Klospülung soll nur noch Brauchwasser genutzt werden, etwa jenes aus der Dusche oder der Waschmaschine.

Für Urlauber äußert sich die Krise bislang vor allem in der Ermahnung ihrer Hotels, möglichst viel Wasser zu sparen. Ob im Fall der „Stunde Null“ auch allen Hotels und Firmen das Wasser abgestellt würde, ist bislang noch unklar.

dpa

stol