„Neue Technologien bringen auch immer neue Möglichkeiten mit sich“, erklärt der Rektor der unibz, Alex Weissensteiner. Eine solche soll nun Wasserstoff sein. Seit einem Jahr wird an der Bozner Universität am Projekt HYDRO gearbeitet. Finanziert wird es von der Brennerautobahn (A22), und die Forschenden haben untersucht, was passiert, wenn die Wasserstoffwirtschaft konkret vor Ort ankommt – technisch, wirtschaftlich und vor allem gesellschaftlich.<BR /><BR />„Wir haben untersucht, wie Chancen und Herausforderungen des Wasserstoffs wahrgenommen werden, wie gut Institutionen über die Technologien informiert sind und dazu Diskussionen mit verschiedenen Beteiligten organisiert. Aus ihren Rückmeldungen sind am Ende konkrete Empfehlungen für die lokale Politik entstanden“, erklärt die Koordinatorin des Projekts, Federica Viganò. Besonders wichtig sei die Zusammenarbeit der verschiedenen Institutionen.<h3> „Flächendeckende Betankungsinfrastruktur notwendig“</h3>„Damit sich ein sauberer Energieträger wie grüner Wasserstoff am Markt etablieren kann, ist eine flächendeckende Betankungsinfrastruktur notwendig“, weiß Carlo Costa, Technischer Generaldirektor der A22. Dazu wurden bereits die Weichen gestellt: Weitere Wasserstofftankstellen am Parkplatz Sadobre in Sterzing, an der Raststätte Paganella Ost und West in Trient sowie in Verona Nord sind bereits in Umsetzung. Ziel sei es, entlang der A22 alle 50 Kilometer einen Wasserstoffstandort zu realisieren, so Costa.<BR /><BR />Die Forscherinnen Francesca Uleri und Giada Coleandro weisen darauf hin, dass die derzeit noch hohen Kosten von Wasserstoff eine große Herausforderung darstellen. Zudem betonen sie, dass Wasserstoff nicht als alleinige Lösung der Energiewende zu verstehen sei, sondern als „ergänzender Baustein“.