Sonntag, 01. März 2020

Wegen Coronavirus: Türkische Airline fliegt ohne Südtiroler nach Ägypten

Immer mehr Länder warnen ihre Bürger vor Reisen nach Italien, einige Fluglinien verbieten Italienern das Mitfliegen in ihren Fliegern. Auch einige Südtiroler waren am Münchner Flughafen am Sonntag „Ready for Take off“. Doch mitfliegen durften sie etwa bei der türkischen Billigflugairline Corendon nicht.

Die türkische Airline Corendon hat 2 Südtiroler aufgrund ihrer Nationalität nicht an Bord gelassen.
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Die türkische Airline Corendon hat 2 Südtiroler aufgrund ihrer Nationalität nicht an Bord gelassen. - Foto: © Shutterstock
Wie berichtet, raten unter anderem die USA von Reisen in die von COVID-19 besonders betroffenen Regionen in Italien ab, am Samstag strich American Airlines alle Flüge von und nach Mailand bis Ende April. 200 Passagiere, die am Samstagabend ihren American-Airlines-Flug von New York nach Mailand antreten wollten, wurden wieder aus dem Jet geholt. Die Crew habe Angst vor einer Ansteckung gehabt, hieß es.

Auch die Türkei hat am Samstagabend beschlossen, alle Flüge von und nach Italien, und auch Südkorea und Irak zu verbieten. Das sei Teil der Maßnahmen gegen die Ausbreitung des neuartigen Coronavirus, sagte der türkische Gesundheitsminister Fahrettin Koca. Die Türkei hatte zuvor auch Flüge in den Iran und nach China verboten.

So geschah es, dass am Münchner Flughafen am Sonntagmorgen zahlreiche Italiener, darunter auch einige Südtiroler, mit einer türkischen Billig-Airline nicht in Richtung Ägypten abheben durften. Wie Ivan Bernardi aus St. Ulrich gegenüber STOL berichtet, habe er einen Flug nach Hurghada gebucht, er und seine Begleitung wurden aber aufgrund ihrer italienischen Staatsbürgerschaft nicht an Bord gelassen. „Es hieß nur, dass wir nicht mitfliegen dürfen, weil wir Italiener sind, es gab keine weiteren Erklärungen“, so Bernardi.

STOL hat beim Münchner Airport nachgefragt. Dort hieß es, dass diese Vorgehensweise keine Entscheidung des Flughafens, sondern der Fluglinie sei. Corendon Airlines selbst bestätigte gegenüber STOL auf Nachfrage zuerst, dass es stimme, dass man derzeit prinzipiell keine Italiener transportiere, dann plötzlich hieß es, nur jene Italiener, die in Münster einsteigen wollen, dürfen nicht an Bord. Von München aus wisse man von keinen Einschränkungen. Für eine weitere Stellungnahme solle STOL am Montag noch einmal anrufen.

Tatsache ist, dass die beiden Grödner aufgrund ihrer Staatsbürgerschaft auch von München nicht mit der türkischen Airline mitfliegen durften. Statt ihren Urlaub unter der ägyptischen Sonne zu genießen, müssen sie sich nun mit der Bürokratie rund um die Reisekosten-Rückerstattung herumschlagen.

Falls auch Sie in den nächsten Tagen einen Flug gebucht haben, informieren Sie sich bitte bei der jeweiligen Airline oder am Flughafen, damit böse Überraschungen ausbleiben.



vs