Sonntag, 23. Februar 2020

Wegen Coronavirus Venedig-Karneval abgesagt

Italien hat im Kampf gegen den schlimmsten Ausbruch des neuen Coronavirus in Europa drastische Maßnahmen gesetzt. Um eine weitere Ausbreitung im Norden des Landes zu unterbinden, sollen nun die am stärksten betroffenen Städte abgeriegelt werden. Auch der berühmte Karneval von Venedig wurde abgesagt.

In Venedig wurde der berühmte Karneval abgesagt bzw. ab sofort abgebrochen.
In Venedig wurde der berühmte Karneval abgesagt bzw. ab sofort abgebrochen. - Foto: © ANSA / ANDREA MEROLA
Die Absage des traditionellen Faschingstreibens kündigte der Präsident der Region Venetien, Luca Zaia, am Sonntag an, nachdem 2 Coronavirus-Fälle in der Lagunenstadt bestätigt wurden. Dabei handelt es sich um 2 Pensionisten im Alter von 88 Jahren, die sich auf der Intensivstation des Krankenhauses von Venedig befinden. Der Karneval lockt jährlich Hunderttausende Menschen in die Lagunenstadt. In der Region Venetien wurden bis Sonntagmittag 25 Infektionsfälle bestätigt.

Von den nationalen Schutzmaßnahmen betroffen sind laut Regierungschef Giuseppe Conte zunächst knapp ein Dutzend Orte südöstlich von Mailand mit etwa 50.000 Einwohnern sowie Vo' Euganeo im benachbarten Venetien mit rund 3.000 Bewohnern. Er kündigte die Notfallmaßnahme nach Krisengesprächen mit der Zivilschutzbehörde des Landes an. „Das Ziel ist es, die Gesundheit der italienischen Bevölkerung zu schützen.“ Zunächst sollten die Sicherheitskräfte die betroffenen Regionen abriegeln. „Wenn nötig, werden es auch die Streitkräfte sein“, fügte er hinzu.

Italien zählt aktuell die meisten Infektionen mit dem Virus SARS-CoV-2 in Europa. Nach den beiden Todesfällen, die am Freitag und Samstag gemeldet wurden, ist die Zahl der Infizierten auf 132 gestiegen. 89 davon wurden in der Lombardei gemeldet, wie der lombardische Präsident Attilio Fontana am Sonntag in TV-Interviews mitteilte. Erstmals wurden auch Fälle in den norditalienischen Regionen Piemont und Emilia Romagna registriert.

Italiens Heer stellt ab sofort Militärstützpunkte und Kasernen für die Isolierung von Coronavirus-Verdachtsfällen zur Verfügung. Tausende Betten seien bereits organisiert worden, teilte Italiens Zivilschutzchef Angelo Borrelli am Sonntag in Rom mit.

apa

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