Donnerstag, 13. Januar 2022

„Wegen der Quarantäne fehlen uns die Lehrer“

Am 10. Jänner haben die Schulen in Südtirol nach den Weihnachtsferien wieder geöffnet. Man war gespannt, wie sich die Situation entwickeln wird, einerseits, weil die Corona-Infektionszahlen wieder deutlich ansteigen, andererseits, wegen der Suspendierung der nicht geimpften Lehrkräfte. Nun wird klar: Das größte Problem ist ganz ein anderes. Das sagt Bildungslandesrat Philipp Achammer dazu.

Philipp Achammer: „Dieses Problem stellt uns zunehmend vor Schwierigkeiten.“
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Philipp Achammer: „Dieses Problem stellt uns zunehmend vor Schwierigkeiten.“ - Foto: © MATTEO GROPPO
STOL: Herr Achammer, wie lautet Ihre erste Bilanz der ersten Schultage nach den Ferien?
Philipp Achammer: Es ist besser angelaufen, als man befürchten musste. Man hat gesehen, dass sich viele Schulkinder schon am Vortag des 10. Jänner getestet haben. Und einen anderen Teil an positiven Coronafällen hat man am ersten Schultag durch das Screening herausfischen können.






STOL: Und was die Suspendierung der ungeimpften Lehrpersonen anbelangt?
Achammer: Was die Suspendierungen anbelangt, so sind es mittlerweile 280 Personen, die keinen Impfnachweis hinterlegt haben. In den allermeisten Fällen ist es uns aber gelungen, einen Ersatz zu finden. Was uns aber deutlich mehr Schwierigkeiten bereitet als die Suspendierungen, das sind die Quarantänefälle der Lehrpersonen, denn diese Fälle häufen sich. Und bei immer mehr Quarantänefällen stellt sich auch die Frage, wie man die Schulzeit abdecken soll. Dieses Problem stellt uns zunehmend vor Schwierigkeiten. Wegen der Quarantäne fehlen uns die Lehrer.


STOL: Es sind also nicht die positiven Coronafälle bei den Schulkindern das Problem, wie man befürchtet hat, sondern die große Zahl an Quarantänefällen bei den Lehrpersonen?
Achammer: So ist es. Es momentan - nicht nur in der Schule - eine der größten Herausforderungen, wie man bestimmte Dienste aufrechterhalten kann, so eben auch den Schulbetrieb. Dasselbe Problem betrifft auch die Privatwirtschaft. In der Schule ist es aber so, dass, wenn ein Kind aufgrund einer Quarantäne fehlt, dann geht der Unterricht trotzdem weiter, wenn aber eine Lehrperson ausfällt, dann wird es schwierig, einen Ersatz zu finden, vor allem, wenn sich die Quarantänefälle häufen.


STOL: Es droht in den kommenden Wochen also ein Aus für die Schule in Südtirol?
Achammer: Das oberste Prinzip muss sein, dass wir den Unterricht auch weiterhin gewährleisten. Eine generelle Aussetzung des Unterrichts darf nicht sein, die Kollateralschäden wären viel zu groß. Es wird aber sicher zu punktuellen Maßnahmen kommen, wo der Schulbetrieb ausfällt, weil es wegen der Quarantänefälle nicht anders geht.


sor