Die Gesellschafter hätten beschlossen, dass „Maßnahmen für eine Veräußerung der Verlagsgruppe Weltbild GmbH ohne jeden Verzug entschlossen aufgenommen werden“, teilte Weltbild am Dienstag in Augsburg mit.Der Verlag mit rund 6400 Mitarbeitern und einem Jahresumsatz von zuletzt mehr als 1,6 Milliarden Euro gehört zwölf katholischen Diözesen, dem Verband der Diözesen Deutschlands und der Soldatenseelsorge Berlin. Er zählt zu den größten Buchhändlern Deutschlands und ist unter anderem an Internet-Firmen und den Filialen der Buchkette Hugendubel beteiligt. „Kirchliche und soziale Implikationen einer Veräußerung verdienen eine besondere Beachtung“, betonte Weltbild.Der Entschluss zum Verkauf fiel am Montagabend bei einer Tagung des Ständigen Rates der Deutschen Bischofskonferenz in Würzburg. „Es ist der Geschäftsführung nicht gelungen, die internetgestützte Verbreitung sowie Produktion von Medien, die den ideellen Zielen der Gesellschafter widersprechen, (...) hinreichend zu unterbinden“, teilte die Vollversammlung des Verbandes der Diözesen Deutschlands am Dienstag in Bonn mit. Darunter habe vor allen die Glaubwürdigkeit der Verlagsgruppe und ihrer Gesellschafter gelitten.Der Augsburger Medienkonzern war im Oktober in die Kritik geraten, weil er im Internetangebot auch Erotik- und Esoterik-Literatur mit Titeln wie „Schlampen-Internat“ oder „Anwaltshure“ hatte. „Es geht nicht, dass wir in der Woche damit Geld verdienen, wogegen wir sonntags predigen“, sagte der Kölner Kardinal Joachim Meisner am Wochenende. Auch Papst Benedikt XVI. äußerte sich Anfang November indirekt zur Debatte. Er mahnte, dass es an der Zeit sei, die „Verbreitung von Material erotischen oder pornografischen Inhalts, gerade auch über das Internet, energisch einzuschränken“.Vor drei Jahren hatten die Bischöfe schon einmal einen Verkauf von Weltbild geplant. Dies scheiterte jedoch unter anderem an der Wirtschaftskrise.dpa