Der 52-jährige Hotelier Dino Banchellini war im Juli 2022 mit seinem Motorrad auf einer Schnellstraße in Collesalvetti nahe der toskanischen Hafenstadt Livorno unterwegs, als ein Reh plötzlich den Weg kreuzte. Bei dem schweren Aufprall kam Banchellini sofort ums Leben.<BR /><BR />Die Familie reichte beim Gericht in Livorno Klage gegen die Region Toskana ein, die ihrer Ansicht nach nicht die notwendigen Maßnahmen ergriffen habe, um die Schnellstraße vor Rehen zu schützen. Die Familie Banchellini muss jedoch eine schwere Enttäuschung hinnehmen. Denn das Gericht in Livorno nahm die Entschädigungsforderung der Familie nicht an. <BR /><BR />Der Grund: Die Region Toskana habe all das unternommen, was das nationale und regionale Gesetz vorsieht, um die Rehbevölkerung auf ihrem Gebiet zu regeln. Es bestehe daher kein schuldhaftes Versäumnis bei der Straßensicherheit , da die Verkehrsachse den Anforderungen der Straßenverkehrsordnung entsprach und mit einem entsprechenden Warnschild versehen war, das auf die Rehgefahr hinwies.<h3>„Region hat im Rahmen des Möglichen gehandelt“</h3>Das Gericht spricht klare Worte „Es ist nicht möglich, die Gemeinschaft der Bürger mit einem Schaden zu belasten, da die Region im Rahmen des Möglichen und der gesetzlichen Bestimmungen die Ausbreitung eines Risikos neutralisiert hatte“, hieß es in der Urteilsbegründung. Das Gericht verurteilte die Familie von Banchellini zur Zahlung der Gerichtskosten. Dagegen will der Anwalt der Familie Berufung einlegen, wie die Tageszeitung „Il Tirreno“ berichtete.<BR /><BR />Laut dem Anwalt der Familie hätten die Region und die anderen für die Sicherheit zuständigen Stellen, wie die Provinz Livorno, „die Sperrung der als gefährlich eingestuften Straßenabschnitte vorhersehen und/oder alternativ Mittel zur Eindämmung wie Zäune oder höhere Leitplanken errichten müssen“. „Nur mit diesen Vorkehrungen und einer angemessenen Beschilderung, die an der Unfallstelle fehlte, wäre die Sicherheit auf diesem Straßenabschnitt gewährleistet gewesen“, betonte der Anwalt der Familie Riccardo Gambi.<BR /><BR />Das Reh ist eines der am weitesten verbreiteten wildlebenden Huftiere Italiens (und auch das häufigste auf europäischer Ebene) und hat in letzter Zeit für Schlagzeilen gesorgt, weil es sich in öffentliche Parks und Hausgärten verirrt. Zu seinen Merkmalen gehört es, dass es sowohl natürliche als auch vom Menschen beeinflusste Räume bewohnen kann. Die Hauptverbreitungsgebiete des Rehs sind die Poebene, der Apennin, die Voralpen und die Alpen: In jedem Fall bevorzugt es Ebenen, Hügellandschaften oder niedrige Berge mit wenig Schnee. Der Bestand wird in Italien auf etwa eine halbe Million Tiere geschätzt.