Operation geplant und dann kommt der Anruf, es geht nicht? Das haben im vergangenen Jahr zahlreiche Südtiroler erlebt, manche gleich mehrmals. 784 programmierte Eingriffe mussten 2025 insgesamt verschoben werden, etwas mehr als im Vorjahr. Zwar macht das auf alle 51.000 chirurgischen Eingriffe gesehen nur einen Anteil von 1,5 Prozent aus, andererseits sind Kategorien und Krankenhäuser darunter, die negativ herausstechen. Ein wesentlicher Grund: Überlastung durch ein erhöhtes Notfallaufkommen in touristischen Hochsaisonen. <BR /><BR />Jede zweite verschobene OP betraf die Abteilungen der Orthopädie/Traumatologie: Das geht aus den Daten hervor, die die Team-K-Landtagsabgeordnete Maria Elisabeth Rieder auf eine entsprechende Anfrage bekommen hat. Die meisten Aufschübe gab es dabei nicht etwa im größten Südtiroler Krankenhaus in der Landeshauptstadt, sondern im Krankenhaus Brixen (238), gefolgt von Bruneck (73). In Bozen gab es dies in der entsprechenden Abteilung hingegen 2025 nur 34-mal. Auch insgesamt über alle betroffenen Abteilungen hinweg ist das Brixner Spital das mit den häufigsten Aufschüben: 336. Im Vergleich dazu kam das Krankenhaus Bozen nur auf 190 Aufschübe.<BR /><BR />63 Prozent der Verschiebungen gehen laut der Antwort von Landesrat Dr. Hubert Messner auf „organisatorische Gründe, z.B. mangelnde OP-Kapazität aufgrund einer dringenden Notfalloperation“ zurück. In rund einem Viertel der Fälle auf eine klinische Kontraindikation, in elf Prozent auf den Wunsch des Patienten. Diese Zahlen berechnen sich jedoch über alle Abteilungen und Krankenhäuser hinweg, eine genauere Auflistung bietet die Antwort nicht. <h3> Überlastungsproblem ist bekannt</h3>Das Überlastungsproblem ist dem Ressort jedenfalls bewusst und es sei geplant, „dass in einigen Abteilungen, die während ausgeprägter touristischer Hochsaisonen besonders stark von einem erhöhten Notfallaufkommen betroffen sind, die programmierte operative Tätigkeit in diesen Monaten etwas reduziert wird, um dadurch zumindest kurzfristige Verschiebungen minimieren zu können“.<BR /><BR />Die Team-K-Abgeordnete Rieder reagiert verärgert. „Übersetzt heißt diese Aussage: Während der Wintersaison müssen wir Einheimische auf programmierte Eingriffe warten, da dringende Eingriffe für die Touristen Vorrang haben. Wer einen Eingriff plant, hat meist Schmerzen, muss sich vorbereiten und organisieren. Die Arbeitnehmer planen mit dem Arbeitgeber ihre Abwesenheit und dann wird alles auf den Kopf gestellt. Der Sanitätsbetrieb und auch der Tourismus ist hier in die Pflicht zu nehmen. Für diese Zeiten müssen zusätzliche Ärzte gesucht und finanziert werden“, findet sie.