Donnerstag, 06. August 2020

Wegen Wolf und Co: Rückschlag für Brillenschaf-Projekt

Der SVP-Landtagsabgeordnete Helmut Tauber befürchtet einen Rückschlag für das Projekt rund um das Villnösser Brillenschaf. Er appelliert an die Landesregierung, im römischen Umweltministerium noch einmal auf eine Lösung zu drängen. Südtirol müsse selbst entscheiden können, welche Raubtiere entnommen werden können.

Das Villnösser Brillenschaf ist vom Aussterben bedroht.
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Das Villnösser Brillenschaf ist vom Aussterben bedroht. - Foto: © HGV
Die jüngst bekannt gewordenen Risse durch Wölfe, Goldschakale und Füchse bedrohen das höchst erfolgreiche Projekt rund um das Villnösser Brillenschaf. Das befürchtet der Landtagsabgeordnete Helmut Tauber nach Gesprächen mit Günther Pernthaler, Obmann der Villnösser Brillenschafzüchter und Oskar Messner, Ideator und treibende Kraft der Genossenschaft „Furchetta“.

„Mit dem Villnösser Brillenschaf ist ein Musterbeispiel einer gelungenen Zusammenarbeit zwischen Landwirtschaft, Gastronomie und Tourismus entstanden, das weit über die Talgrenzen hinaus für Aufmerksamkeit sorgt und von Slow Food ausgezeichnet wurde“, unterstreicht Helmut Tauber.

Unsicherheiten unter den Züchtern

Die durch die Schafrisse entstandenen Unsicherheiten unter den Züchtern des Brillenschafes seien politisch ernst zu nehmen. Wenn das Villnösser Brillenschaf, das vom Ausstreben bedroht war und derzeit wieder eine Anzahl von 700 Muttertieren aufweist, wegen der Raubtiere nicht mehr in ausreichender Zahl gezüchtet werden kann, entfällt das Grundprodukt für die Vermarktungsgenossenschaft „Furchetta“.

Dank ihrer Initiative sei es in den letzten 13 Jahren mit viel Engagement seitens der Bauern und der Gastronomen im Tal gelungen, eine nahezu lückenlose Verwertung der Produkte des Brillenschafes im Tal selbst zu halten und damit die Wertschöpfung vor Ort zu sichern. „Davon profitieren nicht nur die Züchter des Brillenschafes, sondern auch zahlreiche Gastronomen im Tal ebenso wie der Handel mit den diversen Wollprodukten, welche vor Ort hergestellt werden“, heißt es in der Presseaussendung.

„Politisch ernst nehmen“


„Die durch die Schafrisse entstandene Unsicherheit unter den Schafzüchtern ist politisch sehr ernst zu nehmen“, betont Tauber. Daher habe er Kontakt mit der Parlamentarierin Renate Gebhard und Europaparlamentarier Herbert Dorfmann aufgenommen. Einen Austausch gab es auch mit Bürgermeister Peter Pernthaler, Bezirksgemeinschaftspräsident Walter Baumgartner und Gemeindenverbandspräsident Andreas Schatzer. Diese versicherten, dass wertvolle Regionalprojekte immer ein großes Anliegen der Bürgermeister und des gesamten Territoriums seien.

Tauber appelliert daher an die Landesregierung, die Schafrisse in Villnöß, in Ulten und in anderen Landesteilen zum Anlass zu nehmen, um im römischen Umweltministerium noch einmal mit Nachdruck auf eine Lösung zu drängen, wonach Südtirol selbst entscheiden kann, wann Raubtiere entnommen werden können.

stol