Immer, wenn viele Leute unterwegs sind, steigt die Wahrscheinlichkeit für den organisierten Diebstahl, sagt hds-Präsident Philipp Moser. <BR /><BR />Der Unternehmer Martin Hitthaler, Besitzer von zahlreichen Conad- und Eurospin-Geschäften, berichtet von einer „professionellen Gruppe von Dieben“, die es derzeit auf große Mengen von Parmesan-Käse abgesehen hat. „Mit allen Tricks lenken sie die Verkäuferin ab und stehlen dann ganze Kartons“, sagt Hitthaler. <BR /><BR />Auch in Apotheken sind Diebe unterwegs: „Sie kommen immer, wenn viel los ist, um somit leichter unentdeckt zu bleiben“, erzählt Maximin Liebl, Präsident der Apothekerkammer. In den Apotheken haben es die Langfinger besonders auf teure Cremes und Nahrungsergänzungsmittel abgesehen. Aber nicht nur: „Sie stehlen alles, was sie kriegen – auch Aspirin“, sagt Liebl.<h3> KI-gestützte Videoüberwachung, um Diebe zu entlarven</h3>In der Peer-Apotheke in Brixen wird eine KI-gestützte Videoüberwachung eingesetzt, um mutmaßlichen Dieben auf die Schliche zu kommen: Verdächtige Bewegungen von Kunden werden analysiert – und es folgt dann eine Meldung auf dem Handy, erklärt Apotheker Florian Peer. „Seit zwei Jahren haben wir das System – und es hat auch zur Abschreckung beigetragen.“ Ein bis zwei Diebe pro Monat werden erwischt. Hauptsächlich werden Kosmetikartikel wie Cremes gestohlen – und es seien fast immer Einzeltäter. „Bei keinem einzigen Diebstahl haben wir eine reale Notwendigkeit zum Stehlen festgestellt“, sagt Peer. Wer sich ein Medikament nicht leisten könne, für den bestehe die Möglichkeit, sich an die Vinzenzgemeinschaft zu wenden.<BR /><BR />Alkohol wird in der Weihnachtszeit besonders häufig gestohlen, berichten Elisabeth und Martin Falk vom Faroshopping-Einkaufszentrum in Vahrn: Liköre wie Montenegro oder Cynar und ebenso Wodka. Gestohlen wird nicht der teure Alkohol, denn dieser findet keine oder kaum Abnehmer, sondern jener, der gut weiterverkauft werden kann, erzählt Martin Falk. Banden kommen mit manipulierten Taschen ins Einkaufszentrum, bei denen die Sicherungen der Produkte dann nicht mehr ihre Funktion erfüllen. Und an der Kasse wird dann der Kassierer abgelenkt, sodass der Komplize mit der Tasche dann einfach durchgeht und das Geschäft, ohne zu bezahlen, mit dem Diebesgut verlässt. Zugenommen haben auch Diebstähle von Kunden, die an der Kasse Ware für 100 Euro oder 200 Euro kaufen – und gleichzeitig noch einiges mitgehen lassen. <BR /><BR />hds-Präsident Moser rät dazu, jeden Dieb anzuzeigen: Denn die Diebe seien untereinander oft gut vernetzt und wissen somit, in welchen Geschäften ihnen beim Erwischtwerden konsequent Anzeigen drohen und in welchen nicht. Werden die Diebe nicht angezeigt, so ermutige dies die Langfinger, es erneut zu versuchen.