<b>Die Bergsaison ist gestartet. Worauf sollte man grundlegend achten, wenn man sich auf eine Tour vorbereitet?</b><BR /><BR />Thomas Zelger: Zunächst sollte man sich die Frage stellen, mit wem man die Tour unternimmt – ob allein, mit Freunden oder mit Kindern. Danach sollte die Planung entsprechend angepasst werden. Ebenso wichtig sind die körperliche und psychische Verfassung der Bergsteiger sowie die Frage, wie viel Bergerfahrung man bereits hat. Anschließend gilt es, die äußeren Bedingungen zu berücksichtigen: Wie stabil ist das Wetter, und gibt es entlang der Route Möglichkeiten zur Verpflegung?<BR /><BR /><embed id="dtext86-75194472_quote" /><BR /><BR /><BR /><b>Wie sollte man reagieren, wenn das Wetter plötzlich umschlägt?</b><BR /><BR />Zelger: Besonders bei einer unsicheren Wetterlage sollte man nur eine kurze Tour planen. Man sollte prüfen, ob es entlang der Strecke Abkürzungen gibt. Auch ein Blick auf Wettermodelle, die Niederschlagsmengen berechnen, ist empfehlenswert.<BR /><BR /><b>Was sollte man tun, wenn man leicht verunfallt, z. B. sich den Fuß verstaucht?</b><BR /><BR />Zelger: Jeder, der öfter in den Bergen unterwegs ist, sollte eine Zusatzversicherung abschließen, z.B. beim Alpenverein oder beim Weißen Kreuz. Im Falle einer Verletzung sollte eingeschätzt werden, ob ein selbstständiger Abstieg noch möglich ist, etwa bis zur nächsten Straße. Ist dies nicht der Fall oder besteht Unsicherheit über die Schwere der Verletzung, sollte man nicht zögern, den Notruf 112 zu wählen. <BR /><BR /><embed id="dtext86-75194476_quote" /><BR /><BR /><b>Oft ist man am Berg nicht allein, sondern in einer Gruppe unterwegs. Dabei können unterschiedliche Erwartungen, und Gruppendynamiken entstehen. Wie verhält man sich in solchen Situationen am besten?</b><BR /><BR />Zelger: Das beginnt schon am Start: Körperliche und mentale Voraussetzungen sowie die Erwartungen der Teilnehmenden sollten möglichst ähnlich sein. Das schwächste Glied gibt dabei das Tempo und den Anspruch der Tour vor. Dafür braucht es Vernunft, Demut und vor allem gegenseitige Rücksichtnahme.<BR /><BR /><b>Welche Ausrüstung sollte in keinem Rucksack fehlen?</b><BR /><BR />Zelger: Zur Grundausstattung gehören ein Erste-Hilfe-Set, Sonnenschutz und ausreichend Getränke – insbesondere an heißen Sommertagen. Ebenso wichtig ist geeignetes Schuhwerk: Es sollte über eine gute Sohle verfügen, Halt bieten und gleichzeitig leicht sein.<BR /><BR /><b>Gibt es spezielle Gefahren, die man im Frühsommer bei der Vorbereitung von Bergtouren berücksichtigen sollte?</b><BR /><BR />Zelger: Mancherorts kann noch Schnee liegen. Vor jeder Tour empfiehlt es sich, Informationen über die aktuellen Verhältnisse einzuholen, etwa bei lokalen Bergführern, Hüttenwirten oder über Webcams, die einen Blick auf das geplante Tourengebiet ermöglichen. Je nach Route kann es sinnvoll sein, Grödel und Wanderstöcke mitzunehmen. Besondere Vorsicht ist beim Queren von Restschneefeldern geboten. Die Ausrutschgefahr sollte man nicht unterschätzen. Deshalb ist es wichtig, einen Plan B zu haben. Wenn ein Abschnitt zu riskant erscheint, sollte man nicht zögern, umzukehren. <BR /><BR /><div class="img-embed"><embed id="1325802_image" /></div>