Montag, 30. November 2015

"Weiter in Richtung Klima-Land Südtirol arbeiten"

Das Land Südtirol hat sich mit der im Landesklimaplan festgelegten Strategie "Energie-Südtirol-2050" ehrgeizige Ziele im Klimaschutz gesetzt. "Auch wenn bereits Einiges umgesetzt wurde, bleibt noch viel zu tun", unterstreicht Umweltschutzlandesrat Richard Theiner anlässlich des Auftakts der 21. Weltklima-Konferenz in Paris.

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Foto: © shutterstock

Vertreter von 147 Staaten treffen am Montag zur 21. UN-Klimakonferenz in der französischen Hauptstadt zusammen. Ziel ist es, eine neue internationale Klimaschutz-Vereinbarung in Nachfolge des Kyoto-Protokolls von 1997 zu verabschieden. 

Die bisherigen Zusagen der einzelnen Staaten zur Reduzierung ihrer Treibhausgas-Emissionen reichen laut Experten nicht aus, um die globale Erderwärmung langfristig auf zwei Grad Celsius zu begrenzen. Am Ende der zwölftägigen Verhandlungen hofft man aber, einen Grundkonsens über verbindliche Zielvorgaben im weltweiten Klimaschutz zu erzielen.

Südtirols ehrgeizige Ziele 

"Für Südtirol zeigt die im Landesklimaplan festgehaltene Strategie Energie-Südtirol-2050 auf, welchen Beitrag das Land zum Klimaschutz leisten kann", erklärt Landesrat Richard Theiner zum Auftakt des Weltklimagipfels in Paris. 

Südtirol verfolgt dabei ehrgeizige Ziele bei der Energieeinsparung und der Verbesserung der Energieeffizienz, bei der Reduzierung der Abhängigkeit von fossilen Energieträgern und dem Ausbau von erneuerbaren Energien.

Laut Landesklimaplan sollen die CO2-Emissionen bis 2020 auf unter vier Tonnen und bis spätestens 2050 auf unter 1,5 Tonnen pro Person jährlich gesenkt werden. Im Jahr 2008 emittierte jeder Südtiroler noch durchschnittlich 4,9 Tonnen CO2, einschließlich der Emissionen aus dem Verkehrssektor.

Obwohl das Land bereits jetzt über einen sehr gut funktionierenden Öffentlichen Personennahverkehr verfügt und mit dem SüdtirolPass ein innovatives System eingeführt hat, bleibt der Verkehr ein wichtiger Ansatzpunkt für weiteren Maßnahmen zur CO2-Reduktion in Südtirol. "Es geht nun darum, die Voraussetzungen für eine flächendeckende Mobilität mit Elektro- und Wasserstofffahrzeugen zu schaffen", erklärt Landesrat Theiner. Ein wichtiger Schritt in diese Richtung sei der Aufbau eines Netzes von E-Ladestationen bzw. Wasserstofftankstellen. Darüber hinaus sollen im neuen Raumordnungsgesetz auch Prinzipien zur nachhaltigen Einschränkung des grundlegenden Mobilitätsbedarfs eingebaut werden.

Hoher Anteil an regenerativen Energieträgern

Klammert man den Verkehrsbereich aus, verfügt Südtirol bereits über einen relativ hohen Anteil an regenerativen Energieträgern, der zudem noch weiter gesteigert werden soll: Bis 2020, so sieht es der Landesklimaplan vor, soll der Anteil der regenerativen Energieträger an der im Land verbrauchten Energie mindestens 75 Prozent und bis 2050 über 90 Prozent betragen. 

Eine Vorreiterrolle hat Südtirol auch im Bereich der Energieeffizienz des Gebäudesektors inne. Ab 1. Jänner 2017 ist für Neubauten der KlimaHaus-Standard A verpflichtend vorgeschrieben. "Der nächste Schritt ist dann die Umsetzung der KlimaGemeinde, also Energieeffizienz und eine klimaschonende Lebensweise von der Wohnfläche in die Gemeindefläche zu bringen", erklärt Theiner.

"Die Diskussionen in Paris", so der Umweltschutzlandesrat abschließend, "sind ein Ansporn dafür, unsere Anstrengungen fortzusetzen und weiter in Richtung KlimaLand Südtirol zu arbeiten."

lpa

stol