Mehrere hundert Menschen lieferten sich in der Ortschaft Straßenschlachten mit der Polizei. Demonstrantengruppen bewarfen Geschäfte mit Steinen, um die Kaufleute zu zwingen, aus Protest gegen die Deponie ihre Geschäfte zu schließen. Dutzende Fenster wurden zerstört, Kaufleute wurden mit Stöcken bedroht. Aufgebrachte Anrainer verbrannten auf der Straße die italienische Fahne.Der Bürgermeister von Terzigno, Domenico Auricchio, und eine Delegation aus dem Ort demonstrierten am Donnerstag vor der römischen Residenz von Premierminister Silvio Berlusconi. „Ich stehe an der Seite der Bürger, die gegen die Deponie kämpfen. Wenn man keine Lösung findet, werde ich morgen wieder mit meinen Bürgern demonstrieren“, betonte Auricchio. Er rief Berlusconi auf, sich für die Schließung der Deponie einzusetzen.Zwei Personen sind in der Nacht auf Donnerstag bei gewaltsamen Demonstrationen gegen die Mülldeponie in Terzigno festgenommen worden. Hunderte Polizisten griffen ein, um die Straßenblockaden abzubauen, die die protestierenden Bürger errichtet hatten. Die Sicherheitskräfte griffen mit Tränengas und Knüppeln ein.Aus Verärgerung über das Müllchaos in der Region protestieren die Bewohner des 20 Kilometer südöstlich von Neapel gelegenen Terzigno seit Wochen fast täglich gegen die bald schon überfüllte Mülldeponie. Zudem lehnen sie den Bau einer zweiten Deponie in ihrer Gemeinde ab unweit eines Naturparks an den Hängen des Vesuvs. In den vergangenen Tagen gab es bereits mehrere Sitzblockaden vor der Zufahrt zu der Müllhalde.Die Deponie stelle eine Gesundheitsgefährdung für die Bewohner in einem stark überbevölkerten Gebiet dar, erklärten die Bürgermeister der beiden Gemeinden Terzigno und Boscoreale, in denen die neue Anlage errichtet werden soll. Die bereits bestehende Deponie verpeste mit ihrem Gestank die ganze Gegend, dort werde außerdem gesundheitsgefährdendes Gift entsorgt.Derzeit türmen sich 250 Tonnen Abfälle auf den Straßen Neapels. Schon vor zwei Jahren war es zu einer mehrmonatigen Müllkrise gekommen. Neapel leidet seit Jahren unter einem erheblichen Abfallproblem. Immer wieder stapelt sich in den Straßen tonnenweise Mist, weil Deponien und Wiederverwertungsanlagen chronisch überlastet sind. Zudem schlossen die Behörden von der Mafia betriebene Müllhalden. apa